Darum überrascht es auch nicht, dass ein solcher Chauvinismus zum Kern moderner etatistischer Argumentation gehört. Dass viele Liberale am Konstrukt des ”sozial“-staatlichen Untermenschen nicht rütteln wollen, ist aber äusserst bedauerlich. Wenn Antietatisten den ”Kampf der Ideen“ gewinnen wollen, müssen sie mit edelster Radikalität die elitären, sexistischen und rassistischen Wurzeln etatistischen Denkens angreifen. Dabei müssen sie nicht auf einen ”neuen liberalen Menschen“ hoffen. Es reicht, wenn sie erkennen, auf wie vielen Stufen der politische und kulturelle Status quo die Menschen entmündigt und entmutigt, sie bei der Entwicklung ihrer Potentiale behindert und bei vielen den Gang in ein selbstbestimmtes Leben verhindert. Nur wenn Staatskritiker damit aufhören, dem ”sozial“-”demokratischen“ Leviathan in seiner selbsterhaltenden Dialektik das intellektuelle Futter zu liefern, besteht die Chance, dass den vermeintlichen Staatsbedürftigen der Ausgang aus ihrer nicht genetisch bedingten sondern staatsverschuldeten Unmündigkeit gelingt.
Ein Ausschnitt aus dem neuen liberal-libertären Magazin der-markt.com, dessen erste Testausgabe soeben erschienen ist.
