Vor ein paar Tagen habe ich im Radio (dem staatlichen) eine Sendung über Kinder und ihr Verhältnis zum und Umgang mit dem Geld gehört. Es war erst interessant, dann kroch es mir durch Mark und Bein: Der Traum der Sozialdemokraten: Ein Kind (vielleicht zehn, wer weiss), das entrüstet darüber war, dass der Wohlstand in dieser Welt ungleich verteilt war und sehr willig schien, dies zu ändern.
Sind wir nun schon so weit? Kleine Kinder, die nach (staatlicher) Umverteilung rufen? Es bricht mir das Herz.
Und das, obwohl ich sehr genau weiss, dass die Indoktrination der Kinder heute schon sehr früh beginnt. Die Schulen triefen nur so vor Sozialdemokratie (damit meine ich beileibe nicht nur SP, auch die meisten SVPler und FDPler sind waschechte Sozialdemokraten) und müssen schon früh an multikulturellen Veranstaltungen teilnehmen und für Arme und Afrikaner Geld sammeln/spenden und für die Umwelt und die heilige Natur kämpfen und demonstrieren und weibeln. Und kaum können sie längere Wörter lesen, wird ihnen das keynesianische ABC beigebracht und die Wunder des Staates gepredigt.
Kein Wunder schwören heute selbst FDPler (war das nicht einmal eine liberale oder gar freisinnige Partei? Ach, muss schon sehr lange her sein. Oder vielleicht war es stets nur ein Mythos.) auf die Zentralbank und progressive Steuern und Protektionismus und Arbeitsgesetze…

Nach meiner Erfahrung wollen praktisch alle Kinder einfach nicht wahrhaben, dass ihre AltersgenossInnen im Ausland verhungern, während sie selber in Spielsachen schwimmen und essen können, soviel sie wollen. Erst wenn sie älter werden, finden sie das -wie du- völlig i.O.
1/ Ich denke nicht, dass sich Kinder schon um das weltpolitische Geschehen kümmern sollen/müssen. Solche Dinge können warten.
2/ Ich halte es praktisch immer für eine scheussliche Sache, wenn jemand einen unfreiwilligen Tod stirbt.
3/ Geld nach Afrika (etc.) zu schicken, ist höchstens Symptombekämpfung.
4/ Wenn jemand das (#3) tun will, dann darf er das selbstverständlich tun. Es ist jedoch gefährlich, Kindern zu erzählen, sie könnten ohne zu fragen das Geld anderer Leute in der Welt herumschicken.
@Benjamin Du hast vermutlich keine Kinder, sonst wüsstest du, dass sie sich für alles interessieren; auch und gerade für Dinge, für die sie nach Ansicht von uns Älteren “zu klein” sind. Kinder sind die einzigen echten Anarchisten.
Was die Entwicklungshilfe angeht, scheint sich ja leider herauszustellen, dass sie wegen korrupter Regierungen häufig wirkungslos im Verwaltugsapparat versickert oder instrumentalisiert wird. Ob die momentan beliebten Mikrokredite eine bessere Lösung sind, wird sich noch zeigen müssen. Schön wär’s.
Was das eigentliche Thema, nämlich “Kinder und ihr Verhältnis zum und Umgang mit dem Geld gehört”, so ist mir ein Kind, welches bereit ist, mit anderen zu teilen, sehr viel lieber als ein Kind, das alles für sich behält. Das hat nichts mit Sozialismus zu tun, sondern mit Sozialkompetenz.
Sich einfach damit abzufinden, dass die Reichtümer der Welt nun einmal ungerecht verteilt sind, ist meiner Meinung nicht ein Zeichen von freiheitlichem Denken, sondern ein Zeichen von völliger Apathie. Zumal, wenn man selbst zufällig im reicheren Teil der Welt geboren wurde und im Falle von Arbeitslosigkeit und Krankheit darauf zählen kann, dass der Staat niemanden verhungern lässt.
Womit verdienst du eigentlich deinen Lebensunterhalt?
1/ Ich habe nicht daran gezweifelt, dass sie sich für solche Dinge interessieren. Bloss daran, dass sie ihre Ausbildung mit solchen Dingen beginnen sollten. Ich meine bloss, man kann Kindern nicht etwas über Afrikahilfe erzählen, ohne dass diese zuvor die ökonomischen Grundlagen erklärt bekommen haben.
2/ Schön wär’s. Da stimme ich dir zu.
3/ Teilen ist etwas anderes als nach Staatsinterventionen zu rufen.
4/ Ungerechtigkeit ist ein subjektiver Begriff. Wenn du ihn benutzen willst, solltest du erklären, was du damit meinst.
5/ Das tut nichts zur Sache.
Naja, dass Kindern noch nicht bewusst ist, dass nur die Einführung eines bedingungslosen Kapitalismus dem von Diktatur und Herrschaft durchsetzten Afrika effektiv weiter helfen kann, kann man denen wohl kaum übel nehmen.
Viel schlimmer finde ich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich den Sozialismus (mal in schwächerer, aber eher in stärkerer Ausführung) auf die Fahnen geschrieben haben und mit Parolen wie “Luxus für alle” (natürlich durch Umverteilung) oder “Marx lesen!” hausieren gehen. Dass man mit sagen wir mal Zwanzig immer noch die Illusion von einem sozialistischen und gleichzeitig freiheitlichen Staat unhinterfragt reproduziert, lässt mich weitaus mehr verzweifeln.
Ich glaube, es wäre ihnen bewusst, wenn man ihnen erklären würde, was Kapitalismus ist. Nämlich ein voluntaristisches System, bei dem auf die Initiierung von Gewalt verzichtet wird.
Erklärt man Kapitalismus so, ist dies das natürliche und logische Gegenteil von Diktatur und Warlords.
Aber eben, man finde an einer öffentlichen Schule einen Lehrer, der den freien Markt durch und durch befürwortet.
Was mitunter ein Grund dafür ist, wieso nicht nur Zwanzigjährige, aber auch Fünfzigjährige noch an derartigen Illusionen festhalten.
Das einzige, was mich vom Verzweifeln abhält, ist die Tatsache, dass der Libertarismus in seienr Verbreitung stark zunimmt. Heute findet man in kleinen schweizerischen Dörfern Libertäre, während in der guten ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts sich die Libertäre alle noch persönlich kannten.