Die FDP ist (wie ihre Schwestern) tatsächlich ‘too big to fail’, aber durch Philipp Müller immer noch nicht liberal geworden

Die Delegierten der FDP Schweiz, die sich gerne als wirtschaftsliberal und gesellschaftsliberal versteht, haben Philipp Müller einstimmig zum neuen Parteipräsidenten gewählt. In seiner Antrittsrede meinte er unter anderem folgendes:

Die FDP müsse der Wählerschaft besser vermitteln, dass sie die KMU-freundlichste, effizienteste und liberalste Partei sei.1

Bevor sie dies den Leuten zu vermitteln versucht, sollte sie dies erstmal werden. Und nachdem die FDP zur liberalsten Partei der Schweiz geworden ist, könnte sie damit beginnen, sich zu einer effektiv liberalen Partei zu wandeln. Denn davon ist sie derzeit meilenweit entfernt.

Aber die Zukunft der FDP als liberale Partei sieht düster aus, hat sie nun schliesslich einen Präsidenten, der der Meinung ist:

«Die FDP ist too big to fail»1

Die Lektionen der letzten Jahre gingen an Müller offenbar spurlos vorbei. Oder aber er hat ein Talent für subtile Satire.

Ich tippe auf ersteres. Die FDP hat trotz Bemühungen der liberalen Kräfte, für Aufklärung zu sorgen, die Finanzkrise weder verstanden noch die richtigen Schlüsse aus ihr gezogen. Müller dürfte sich da nicht allzu gross von seinen Parteikollegen unterscheiden, die finden, dass der bisherige Präsident Fulvio Pelli ein «wahrhaft liberaler Mensch» sei.

Mein Vorschlag zur Moral-Hazard- und Too-Big-To-Fail-Problematik der FDP wäre ja, sie zu zerschlagen: Die aus den Resten entstehende Bad Bank könnte von einer anderen etatistischen Partei billig aufgekauft werden. Und was an liberaler Masse übrig bleibt, könnte sich neu formieren und zur ersten liberalen Partei der Schweiz werden.


  1. Die FDP als «too big to fail» / via Markus M. Müller – FDP – too big to fail? [] []