Was geschieht wohl, wenn eine streng gläubige Muslimin, die sich keinem Fremden zeigen darf, plötzlich keine Burka mehr tragen darf?
Wird sie sich dann von den Zwängen ihres eigenen Glaubens lösen und erkennen, dass die Burkapflicht völliger Unsinn ist? Wird sie also fortan unverhüllt die Strassen auf und ab gehen? Sich gar einen Badeanzug kaufen und schwimmen gehen?
Oder wird sie nicht eher an ihrem Glauben festhalten und zwangsläufig daheim bleiben, statt auszugehen? (Denn sich draussen unverhüllt zu zeigen, käme ja einer Todsünde gleich. Aber genau dies müsste sie ja bei einem Burka- oder gar Kopftuchverbot.)
Was ist wahrscheinlicher: Dass ein mickriges Verbot den Glauben eines Menschen völlig verändert oder dass dieser Mensch allen widrigen Umständen zum Trotz an seinen (womöglich mit der Muttermilch eingesogenen) Überzeugungen fest hält?
Ich tippe auf Letzteres und habe ich Recht, so würde ein Burkaverbot nicht zur Befreiung der muslimischen Frau führen (wie dies manche Feministinnen zu glauben scheinen), sondern bloss dazu, dass die Burkaträgerinnen nun noch weniger tun können und sich gar nicht mehr in die Öffentlichkeit begeben.
(Trägt die Muslimin die Burka nicht aus tiefer innerer Überzeugung, sondern weil sie von ihrem Mann dazu gezwungen wird, dann dürfte sich ihre Stellung bei einem Burkaverbot noch weniger verbessern.)
