Ein erster Schritt zur Bekämpfung der universitären Missstände wäre eine Befreiung der Forschung und Lehre aus der staatlichen Obhut. Unter Einbezug des Universitätspersonals, der Dozierenden und der Studierenden sollten die akademischen Einrichtungen an die tauglichsten Bewerber verkauft, die Universitäten in nicht gewinnorientierte Organisationen umgewandelt und die dadurch erzielten Einnahmen den Steuerzahlenden zugute kommen.
Finanziert würden die nun privaten Universitäten — wie dies zum Teil bereits der Fall ist — unter anderem durch Zuwendungen der Alumnae und Alumni, durch Gelder von Stiftungen und — wo sinnvoll und vertretbar — durch wirtschaftliche Partnerschaften. So würden die Einkommenskanäle der Universitäten möglichst breit gestreut und der Einfluss von aussen durch einzelne Personen und Gruppen möglichst gering gehalten. Dadurch wären die Hochschulen freier als sie dies heute unter der finanziellen und rechtlichen Trägerschaft des Staats sind. Schliesslich ist es ein grundsätzlicher Irrtum, dass moderne Staaten neutrale Gebilde sind, die keine Sonderinteressen vertreten.
[...]
Wären die Universitäten erst einmal privatisiert, könnte man sich den schwerwiegenderen Problemen des Hochschulwesens zuwenden. So weit wird es aber leider vorerst nicht kommen, nicht zuletzt weil der aktuellen Protestbewegung die Einsicht in die Notwendigkeit einer Trennung von Hochschulbildung und Staat fehlt.1
- Matthias Jenny – Für die Privatisierung der Universitäten [↩]

Welche Freiheit soll dadurch gewonnen werden? Die Freiheit andere Ketten zu tragen?
Aber im Grunde eine gute Idee. Sollen die Bertelsmänner, welche über Stiftungen und das CHE eh schon das Schicksal der Hochschullandschaft bestimmen, ihren in den Grund fahrenden Laden gleich ganz selbst bezahlen.
Und bei der nächsten Krise, wenn die “unabhängigen Spender aus der Wirtschaft” die Zahlungen reduzieren, wird wieder nach dem Staat gerufen.
Z.B. die Freiheit, sein Geld so auszugeben, wie man es für richtig hält. Die Freiheit, sich so zu bilden, wie man möchte und andere nach eigenen Vorstellungen auszubilden und nicht so, wie es der staatliche Planer gerade für gut hält.
BTW, ich habe in dieser Krise nie nach dem Staat gerufen. Auch Matthias Jenny, der Autor des Textes, hat (so weit ich weiss) Bailouts und ähnliches vehement abgelehnt.