Hoppe über den Staat und den Kapitalismus

Wiener Zeitung: Aber alle müssen sich doch an die Gesetze halten, auch die Politiker!

Hans-Hermann Hoppe: Nein, eben nicht. In allen Gesellschaften gibt es den Unterschied zwischen Privatrecht und öffentlichem Recht. Wenn ich Ihnen als Privatperson etwas wegnehme oder Sie zur Zwangsarbeit bestelle, werde ich dafür verurteilt. Wenn ich das aber als öffentlich Bediensteter tue, gilt das als “Steuern eintreiben” oder “Einziehung zum Wehrdienst”. Nicht alle Personen unterliegen den gleichen Gesetzen. Als öffentliche Person darf ich Dinge tun, die ich als Privatperson niemals tun dürfte. Was man bei Privatpersonen “stehlen und hehlen” nennt, gilt beim Staat als Sozialpolitik.
[...]
Wiener Zeitung: Was wäre Ihre erste Maßnahme, wenn Sie Politiker wären?

Hans Hermann Hoppe: Von Politikern erwarte ich nichts. Wichtig ist meines Erachtens, dass sich in der Bevölkerung ein neues Klassenbewusstsein etabliert, freilich nicht im Sinne des Kommunismus. Wir müssen wegkommen von der Vorstellung, Kapitalisten seien Ausbeuter. Diese Propaganda wird vom Staat bewusst gesteuert, der genau weiß, dass das nicht in Ordnung ist, was er tut, und nach Ausreden für sein Handeln sucht.

Wir brauchen ein neues Bewusstsein: Staaten sind Übeltäter, weil sie von den Früchten derjenigen leben, die sie erarbeitet haben. Ausgebeutet werden all jene, die privatwirtschaftlich tätig sind.1


  1. Wiener Zeitung – “Der Staat ist eine kriminelle Organisation” []
Author: Benjamin B. | Date: Thursday, June 25th, 2009 | Category: Leseempfehlungen | Tags: , , | |

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