Mit dem mehrfachen mündlichen Befehl «Enteignen!» hat der Präsident von Venezuela, Hugo Chávez, laut Presseberichten aus Caracas am Samstag drei bis vier Gebäude im historischen Zentrum der Hauptstadt enteignet. Das präsidiale Dekret erfolgte angeblich spontan, als der Präsident mit einer Gruppe von Rothemden über den historischen Hauptplatz von Caracas spazierte.
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Die Verstaatlichung von Privatbesitz ist unter Chávez’ Herrschaft in Venezuela zur Routine geworden: Zementwerke, Chemiewerke, Häfen, Banken waren schon an der Reihe.1
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Man erinnert sich an andere Schlagzeilen früher in diesem Jahr:
In seiner wöchentlichen Fernsehsendung vom Sonntag erklärte Präsident Chávez, es gebe keinen Grund für die Geschäfte, die Preise zu erhöhen. Gleichzeitig sandte er die Nationalgarde in die Strassen, um Fälle von Spekulation anzuzeigen. Bei missbräuchlichen Preiserhöhungen drohte er mit Enteignung der Geschäfte und Übergabe an die Angestellten.2
Nach den neuesten Interventionen der Regierung kontrolliert der venezolanische Staat rund 25% des Bankensektors. Im Juli 2009 hatte die Regierung vom Grupo Santander den Banco de Venezuela erworben, der bis 2007 in Venezuela marktführend gewesen war.
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Am Sonntag hatte Chávez ausserdem – nomen est omen – die Enteignung der Supermarktkette Exito angeordnet, die von französischen und kolumbianischen Kapitalgebern kontrolliert wurde. Er wirft diesen Supermärkten vor, unter Ausnützung der massiven Abwertung vom 8. Januar mit den Preisen spekuliert zu haben.3
Hugo Chavez, Präsident von Venezuela, verteufelt Videospiele nicht zum ersten Mal. Schon als bekannt gegeben wurde, dass man in Mercenaries 2 einen venezuelanischen Diktator stürzen sollte, versuchte er nicht zuletzt über die Medien, für internationalen Protest gegen das Game zu sorgen. Nachdem mehrere Tageszeitungen teils komplett nur von diesem einen Thema beherrscht wurden, ließ ein neues Gesetz Videospiele mit Gewaltdarstellung und auch Spielzeuge wie Plastikpistolen in Venezuela erst vor kurzem komplett verbieten.4
After finding himself on the receiving end of widespread criticism and unfriendly hashtags on Twitter, Venezuelan president Hugo Chavez has announced that he now considers Twitter messages and social networking as terrorist threats.5
- nzz – «Enteignen!» – Chávez baut ein historisches Zentrum [↩]
- nzz – Abwertung in Venezuela: Splitting des Wechselkurses [↩]
- nzz – Venezuela verstaatlicht Banken: Enteignung einer Supermarktkette von Chávez angeordnet [↩]
- areagames.de – Hugo Chavez: Videospiele sind “Weg in die Hölle” [↩]
- boing boing – Venezuela: Chavez equates Twitter with terrorism [↩]
