Little Brother1 von Cory Doctorow am Lesen und sowohl an den Patriot Act2 , wie auch an Bundestrojaner3 und den präventiven Abschuss von womöglich entführten Flugzeugen denkend4 , so scheint es mir sehr viel wünschenswerter, das potentielle Risiko, von einem Suizidbomber ermordet zu werden (Ein Ereignis, das in etwas so wahrscheinlich ist, wie von einem Blitz getroffen zu werden.), in Kauf zu nehmen, als mich an einem Flughafen durchleuchten zu lassen oder über meine Schulter zu blicken und eine Kamera zu entdecken, die selbst die Schmutzränder unter meinen Fingernägeln für Monate auf Harddisks speichern.
- craphound – Little Brother (Free Download etc.) [↩]
- wikipedia – USA PATRIOT Act [↩]
- wikipedia – Online-Durchsuchung [↩]
- spiegel online – Russland erlaubt Abschuss von Flugzeugen [↩]

Überleg mal, wieso die Wahrscheinlichkeit in einem von Terroristen gekaperten Flugzeug zu sitzen so gering ist. Nicht vielleicht wegen der Sicherheitsvorkehrungen, die man zwar nicht verschärfen, aber zumindest beibehalten sollte?
Oder weil es einfach sehr wenige Terroristen gibt?
Addendum: Das grundlegende Problem ist hier meines Erachtens, dass wir eben nicht einmal wissen, ob die Metalldetektoren an den Flughäfen irgendeinen Nutzen erbracht haben. Gewiss kann es so sein, doch wir haben keinerlei Beweise dafür. Und wenn sie keinen Attentate verhindern, dann müssen täglich Tausende von Flugpassagieren all diese Mühsal auf sich nehmen für nichts und wieder nichts. Noch schlimmer: Es besteht die Möglichkeit, dass durch das Verbot von Schusswaffen im Flugzeug Entführungen erst möglich wurden.
Und ich habe eine grundlegende Skepsis gegenüber Massnahmen, deren Nutzen nicht erwiesen ist.
Terroristen können sicherlich selbst waffenlos ein Flugzeug entführen, wenn sie nur eine genügend gute Nahkampfausbildung hätten.
Im Flugzeug selbst würde sich sicher auch ein Rohr o.Ä finden, um den Piloten zu bedrohen oder gar zu töten.
Es gibt keine absolute Sicherheit.
Und dass sie das nicht tun, spricht eher gegen die Terroristen als für die Sicherheitsmassnahmen.
Von absoluter Sicherheit redet auch keiner. Aber dass es die nicht gibt ist kein Argument, die maximale Sicherheit (also die größtmögliche bei noch aufrecht erhaltenen Bürgerrechten) nicht anzustreben.
Das “nichts vom Nutzen Wissen” kannst du doch so nicht wirklich ernst meinen. Wie stellst du dir einen “Beweis”, dass Metalldetektoren die Mitnahme von gefährlichen Gegenständen verhindern könnten, denn bitte vor – ein Jahr lang ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen Hinz und Kunz durchs Gate lassen und dann mal zu schauen, wie viele Terroriten es mehr oder weniger gab? Da wird wohl kaum eine Regierung, ein Flughafen, ein Passagier mitspielen – aus guten Gründen.
Ich würde aber sagen, dass es diesen statistischen Beweis gar nicht braucht. Entspringt es nicht alleine der Logik, dass durch die Detektoren, die durchaus in der Lage sind, Messer, Pistolen usw. herauszufiltern (auch wenn sie klarerweise nicht unfehlbar sind), weniger Möglichkeiten für einen Terroristen bestehen, an Bord die Kontrolle zu übernehmen? Klar enstehend dadurch Unangehmigkeiten für die Passagiere, aber ich schätze mal ganz unprofessionell, dass um die 90% der Fliegenden diese gerne in Kauf nehmen, wenn dafür mehr (nicht absolute) Sicherheit zumindest angestrebt wird.
Aber wenn dich die Sicherheitsvorkehrungen so sehr stören, darfst du eben nicht mehr fliegen oder musst deinen eigenen Flughafen gründen. So ist das halt am freien Markt: Wer mit dem Angebot nicht zufrieden ist, hat Pech gehabt oder muss sich sein eigenes schaffen (bzw. dafür sorgen dass es geschaffen wird).
Gewiss, den Nutzen dieser Sicherheitsmassnahmen zu beweisen, dürfte schwierig werden, aber müssten nicht die Verfechter dieser Kontrollen die Beweise erbringen? Liegt die Beweispflicht nicht bei ihnen?
Mir erscheint es nicht so klar zu sein, dass dieses Waffenverbot für mehr Sicherheit sorgt. Denn man entwaffnet zwar damit möglicherweise Entführer (Man bedenke, dass diese durchaus sehr kreativ und den Sicherheitsverschärfungen einen Schritt voraus sein können.), aber man entwaffnet auch die anderen Passagiere und macht sie wehrlos.
Was würde zum Beispiel geschehen, wenn ein Kung-Fu-Kämpfer ein Flugzeug entführen möchte? Er besteigt waffenlos ein Flugzeug und kann es, da recht wenige Leute in asiatischen Kampfkünsten ausgebildet sind und niemand auch nur ein Sackmesser dabei hat, rasch in seine Gewalt bringen.
Bemühen wir ein anderes sehr theoretisches Beispiel: Nehmen wir an, durch diese Sicherheitskontrollen könnte jedes Jahr eine Flugzeugentführung verhindert werden. Aber einzig durch den Einsatz von Nacktscannern und sehr langen Wartezeiten. Wärst du da immer noch für die Kontrollen?
Bestünde tatsächlich ein freier Markt, dann, nun, dann würde ich die Fluggesellschaften und die nach Sicherheit schreiende Kundschaft immer noch kritisieren. Aber ich würde sicherlich nicht vom Staat verlangen, dafür zu sorgen, dass jede Airline genau das anbietet, was ich will, also die Kontrollen abschafft. Befürworter von (schärferen) Kontrollen tun jedoch genau dies.
Aber bitte, hier soll es nicht um freie Märkte gehen, sondern um Nutzen und Kosten der Flughafenkontrollen. Eigentlich nicht mal spezifisch um diese sondern generell um Freiheitseinschränkungen, die mehr Sicherheit schaffen und Anschläge verhindern sollen.
Die zentrale Frage hier: Bist du bereit, deine Freiheit gegen ein gefühltes Mehr an Sicherheit einzutauschen?