Krieg und Frieden: Der Hass eines Etatisten

Es gibt keinen Grund, den Teufel an die Wand zu malen, aber es sollte doch daran erinnert werden, weshalb John Maynard Keynes in den Dreissigerjahren zur Ansicht gelangte, die Krisenanfälligkeit des Laissez-faire-Kapitalismus müsse durch staatliche Steuerung begrenzt werden. Keynes bezweifelte nicht, dass Märkte über langfristige Zeiträume ein Gleichgewicht finden. Er zog aus der Wirtschaftskrise der Dreissigerjahre allerdings die Lehre, dass die Verwerfungen, die von marktgesteuerten Anpassungsprozessen hervorgerufen werden, so gewaltsam sein können, dass sie um jeden Preis vermieden werden müssen: Hitlers Machtergreifung zum Beispiel.1

Lassen wir die Tatsache beiseite, dass die Grosse Depression nicht durch den Laissez-Faire-Kapitalismus verursacht wurde, sondern durch eine allzu lockere Geldpolitik und Staatsinterventionen in den Markt. Konzentrieren wir uns auf den letzten Satz des Zitats: Dass der freie Markt (zumindest teilweise) für Hitlers Aufstieg und Machtergreifung verantwortlich sei.

Zwei Fragen dazu:

1. Wo sieht Binswanger einen freien Markt im Deutschland der Zwanziger? (Man rufe sich in Erinnerung, dass dasselbe Deutschland ein paar Jahre vor Hitlers Machtergreifung mit einer grässlichen Hyperinflation zu kämpfen hatte.)

2. Wenn Frieden, resp. der friedliche und freiwillige Austausch von Gütern und Dienstleistungen, derart defizitär ist, dass er zu Wirtschaftskrisen und genozidalen Diktaturen führt, was ist dann die Alternative? Ewiger Krieg? Die Unterjochung der Bürger? Staatliche Planung und harte Kontrolle der Wirtschaft?


  1. Daniel Binswanger – Ein Blick nach England []
Author: Benjamin B. | Date: Saturday, October 31st, 2009 | Category: Reaktionen | Tags: , , , , | |

One Response to Krieg und Frieden: Der Hass eines Etatisten

  1. freiheitistunteilbar says:

    In Freiheit besteht das Risiko der Ergebnisoffenheit. Ihr Ergebnis kann auch negativ sein, ist aber tendenziell positiv.

    Von Hayek hierzu:

    “Freiheit, die nur gewährt wird, wenn im voraus bekannt ist, daß ihre Folgen günstig sein werden, ist nicht Freiheit. Wenn wir wüßten, wie Freiheit gebraucht werden wird, würde sie in weitem Maße ihre Rechtfertigung verlieren.

    Diese Nichtvorhersehbarkeit gereicht das Etatistenbürschchen der Freiheit zum Makel. Wenn es wahrhaftig so wäre, dass ein mehr oder weniger freier Markt die Machtergreifung eines Despoten begünstigt hätte, so spräche dies somit nicht gegen Ersteren, weil unter gegebenen Umständen eine solche verhindert worden wäre, und das gerade durch den freien Markt.

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