Religion als Schulpflichtfach.
Wieso eigentlich nicht, mag man denken. In der Schule etwas über die verschiedenen Religionen zu lernen, fördert selbstverständlich die Toleranz und senkt die Ignoranz etwas. Zudem gehört es einfach zur Allgemeinbildung, zu wissen, dass Gott bei den Muslimen Allah heisst und nicht gleichzeitig sein eigener Sohn ist, der als Jesus auf die Erde kam.
Richtig?
Beinahe. Es ist eher ein Beweis für die Vorzugsbehandlung, die die Religionen heute noch geniessen.
Oder wie kann man vernünftig begründen, dass es besser ist, wenn Gymnasiumabgänger die Riten einer Bar Mitzwa aufzählen können, aber vor Unkenntnis nur den Kopf schütteln, wenn der Begriff Etatismus fällt?
Sehr wahrscheinlich – ausser man ist ein gläubiger und praktizierender Jude – wird man sein ganzes Leben nicht mit einer Bar Mitzwa konfrontiert werden. Als Träger des Wahl- und Stimmrechts hingegen, das doch etliche wahrnehmen, ist es von Vorteil, wenn man weiss, was Etatismus, Liberalismus, Neokonservatismus oder Protektionismus ist.
Ich fordere – zu Lasten der religiösen Bildung – mehr politische Bildung in unseren Staatsschulen!
