Hier, in unseren westlichen Demokratien, gibt es etliche Leute, die Risiken eingehen. Die Entscheidungen fällen, die im guten Falle zwar wunderbare Konsequenzen haben, im schlechten Falle aber zum Verlust (von Vermögen, Leib und Leben) führen können. Manche Menschen tun dies, indem sie ein Unternehmen gründen, andere auf der Skipiste oder auf Finanzmärkten. Risiken einzugehen, ist moralisch nicht verwerflich. Viele ziehen Befriedigung daraus (Basejumpers sicherlich), kommen dadurch zu neuen Erkenntnissen oder schaffen Wohlstand; vorausgesetzt natürlich, dass nicht das “schlechte” Ereignis eintrifft.
In einer Marktwirtschaft ist es auch kein Problem, wenn manche Leute zu grosse Risiken eingehen, die im Desaster enden. Denn es ist stets derjenige, der das Risiko eingegangen ist, der die Kosten trägt. (Z.B. der Unternehmer, der ein Produkt entwickelt, das niemand kaufen will.)
Problematisch und moralisch fragwürdig wird es, wenn Drittpersonen dazu gezwungen werden, das Risiko zu tragen und derjenige, der risikoreich handelt, nur ein Bruchteil der Kosten (wenn überhaupt) tragen muss. So geschehen bei den Bailouts maroder Banken. Dies hat nichts mit Kapitalismus zu tun, es ist das Gegenteil von allem, wofür freie Märkte stehen. (Ebenso ist die Finanzkrise nicht das Resultat von unregulierten, anarchischen Märkten, sondern verursacht durch die Geldpolitik der Zentralbanken und das politisch (von höchster Stelle) erzwungene Erteilen von Krediten an Arme und Ärmste.)
Banken und ihre Manager (und natürlich auch die Hauskäufer und die Investoren) sind aber keineswegs die einzigen, die nicht die Kosten tragen müssen, die ihre Risikolust verursacht. Auch Leute, die ein Haus unter einem Lawinen- oder Erdrutschhang oder an einem Flussufer bauen wollen, können die Risikokosten auf andere abwälzen. (Staatliche finanzierte Verbauungen, Schutznetze und Dämme, sowie staatliche Sofort- und Wiederaufbauhilfe im Katastrophenfall.)
Fragwürdig ist Staatshilfe an Personen, die ein zu grosses Risiko eingegangen sind, nicht nur, weil es sich um Steuergelder handelt, die hier umverteilt werden, sondern weil Bailouts immer auch zu einem moral hazard führen. Wer das Risiko nicht selber tragen muss, der tendiert dazu, immer mehr und immer grössere Risiken einzugehen. Umgekehrt ist derjenige vorsichtiger und zurückhaltender, dessen eigenes Geld auf dem Spiel steht.
Schaffen wir also die Staatsgarantien für Risikosucher ab und überlassen die Hilfe im Katastrophenfall privaten Charity-Organisationen. Wer jemandem in Not Geld spenden will, der soll dies natürlich weiterhin dürfen (Auch ich wäre bereit, jemandem, dessen Haus von einer Lawine zerstört worden ist, ein paar Franken für ein warmes Mittagessen zu geben. Nicht aber für den Wiederaufbau seines Hauses an derselben Stelle oder unter demselben Hang.). Ebenso sollen die Leute weiterhin ihr eigenes Geld (oder Leib und Leben) riskieren dürfen. Denn was jemand mit sich und seinem Eigentum tut, das geht nur ihn etwas an (so lange er natürlich mit seinen Handlungen nicht die Eigentumsrechte Dritter verletzt).
Wir brauchen somit nicht nur weniger Staatszwang und -kontrolle, sondern auch eine neue Kultur der Selbstverantwortung und Freiwilligkeit.

Auf den Punkt gebracht! Fast schon liberal. War nicht als Beleidigung gemeint.
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He he, danke schön.