Let The Easter Islanders Secede From Chile!

Community leaders on Easter Island have threatened to secede from Chile and transfer allegiance to Polynesian states in a row over land rights and immigration.

Prominent families from the indigenous Rapa Nui population have told the Pacific Islands Forum, an inter-governmental body, that they wish to renounce Chilean sovereignty and be considered part of Oceania rather than the Americas.

Easter Island is a remote speck in the Pacific 2,300 miles west of Chile. It was annexed by Santiago in 1888 and made a province of the Valparaiso region but is considered a special territory, not least because giant statues known as moais make it a Unesco world heritage site.

Leviante Araki, head of the Rapa Nui “parliament”, an advocacy group for indigenous people who comprise half the 5,000 population, requested secession in a letter this week to the Pacific Island Forum and Chile’s President Sebastian Pinera. The would-be separatists resent what they say is an uncontrolled influx of tourists and settlers and accuse the government of taking over ancestral land with state offices. Protesters occupied several state-owned buildings.1


  1. guardian – Easter Island’s indigenous leaders want to sever link with Chile / via Mike Gibson – Easter Islanders Want to Secede from Chile []
Date: Tuesday, August 17th, 2010 | Category: News | Tags: , , | Noch keine Kommentare | Language: |

Auch absurde Freiheiten müssen geschützt werden

Freiheiten werden gerne ihrer Wichtigkeit nach geordnet und unterstützt. So sieht man zum Beispiel viele Leute für die Meinungsfreiheit oder die Pressefreiheit kämpfen. Etwas weniger sind es schon, die sich für die Kleidungsfreiheit einsetzen. Noch viel weniger sprechen von der Freiheit, sein Haus so zu bauen, wie es einem beliebt. Und kaum einer findet die Freiheit, einen vierstöckigen Burger, der insgesamt 8’000 Kalorien schwer ist, in einem Restaurant zu verspeisen, das sich Heart Attack Grill nennt und in dem man von leicht bekleideten Damen in Krankenschwestern-Konstümen bedient wird, auch nur erwähnenswert.

Dennoch muss man auch für derart absurde Freiheiten kämpfen. Denn wie sähe die Welt aus, wie sähe unser Leben aus, wenn wir tagaus und tagein uns ganz vernünftig verhielten, gesund essen würden und keine grösseren Risiken eingehen würden?

Eher öde. Schliesslich machen Marotten und Eigenheiten das Leben erst so richtig interessant. Und sowieso, jeder soll die Freiheit haben, völlig dumme Entscheidungen zu treffen. (Ob diese Entscheidung nun darin besteht, einen vierstöckigen Burger zu verschlingen, in der Innenstadt mit einem Offroader herumzudüsen oder mit einem Fallschirm von einer Felskante zu springen.)

Date: Tuesday, August 17th, 2010 | Category: Reaktionen, Videos | Tags: | Noch keine Kommentare | Language: , |

Legalisiert alle Drogen. Überall. Sofort.

Im Kampf gegen den weltweiten Rauschgiftkonsum empfiehlt der Tessiner FDPStänderat Dick Marty die globale Legalisierung von Drogen. Das Drogenverbot habe “in eine totale Pleite geführt”, sagte Marty, der auch Europaratsabgeordneter ist, der Zeitung “Kurier”. Das Verbot von harten Drogen führe nur zu hohen Preisen und Gewinnen für die Drogenmafia, ohne den Zugang zu Drogen zu schmälern: “Man muss der Kriminalität diese Gewinne wegnehmen”.1

Endlich spricht ein Politiker aus, was Libertäre seit Jahrzehnten fordern: Die komplette Legalisierung aller Drogen. Ich frage mich bloss, wieso nicht viel mehr Leute ein Ende der Drogen-Prohibition fordern. Schliesslich sind die Folgen der amerikanischen Alkohol-Prohibition sehr bekannt und ebenso desaströs. Mit ein wenig Recherche erfährt man auch, dass in den USA der Krieg gegen die Drogen dazu führt, dass immer wieder Unschuldige in drug raids erschossen werden. (Von den hunderten von Hunden, die dabei umgebracht werden, gar nicht erst zu sprechen…)

Darüber hinaus ist die Drogen-Legalisierung die einzige Möglichkeit, wie man die Mafia besiegen oder zumindest zurück drängen kann. Denn Drogen verschwinden mit einem Verbot nicht einfach, da die Nachfrage immer noch da ist. Und wo eine Nachfrage ist, da lässt sich mit dem Bedienen dieser Nachfrage viel Geld verdienen. Je mehr Risiken die Drogenhändler eingehen müssen, umso grösser sind deren Risiko-Prämien und umso weniger bereit sind gewöhnliche Leute, Drogen zu verkaufen. Mit zunehmendem Krieg gegen die Drogen fällt der Drogenhandel also zunehmend an die Mafia. Denn gegen einen bis an die Zähne bewaffneten Staat kann schlussendlich nur ein ebenso brutaler (Quasi-)Staat bestehen. Und die Mafia ist genau dies.

Doch Politiker scheinen lieber neue Gesetze und mehr Polizei zu fordern, anstatt das Übel an der Wurzel zu packen. Ebenso scheint kaum einem Politiker daran gelegen, dass jede Person selber entscheiden darf, was sie mit ihrem Körper machen und welche Substanzen sie konsumieren. Selbstbestimmung über das eigene Leben und den eigenen Körper scheint für viele eine haarsträubende Idee zu sein, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt.

Doch wenigstens hat jetzt auch die Schweiz einen Politiker, der der Prohibition ein Ende setzen will.


  1. news.search.ch – FDP-Ständerat Marty für globale Drogenlegalisierung []
Date: Friday, August 13th, 2010 | Category: Reaktionen | Tags: , , , , | Ein Kommentar | Language: |

Tanzen zerstört die Werte, die die Gesellschaft zusammen halten?

Das seit den Gründungsjahren von Baden-Württemberg geltende Tanzverbot an Sonn- und Feiertagen ist zum politischen Zankapfel geworden. [...] Derzeit dürfen die etwa 600 Diskotheken im Südwesten am Sonntagfrüh zwar bis 5 Uhr morgens geöffnet sein, müssen aber um 3 Uhr ihren Gästen das Tanzen verbieten. Damit soll die Ruhe des Tages geschützt werden. CDU und die Kirchen wollen daran festhalten. Der Sprecher des Erzbistums Freiburg, Robert Eberle, erklärte: “Es gibt viele gute Gründe, den Ausverkauf der Werte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten und tragen, zu verhindern. Den Menschen und dem, was unser Leben als Mensch auszeichnet, wäre mit Discofieber am Karfreitag sicher nicht gedient.”1

Die Gesellschaft wird dadurch zusammen gehalten, dass die Leute am Sonntag und am Karfreitag nicht tanzen dürfen? Wer am Sonntagmorgen tanzt, der zerstört Werte und bringt eine ganze Gesellschaft ins taumeln? Was sind das überhaupt für Werte, die durch etwas Tanzen ins Schwanken geraten? Unser Leben als Mensch zeichnet aus, dass wir am Karfreitag nicht tanzen? Wenn Leute sich auf friedliche Art vergnügen, dann dient das den Menschen nicht?

Sollen die Leute sich also am Sonntag nicht vergnügen? Geht es darum? Ist Tanzen zu fröhlich? Macht es zu viel Spass? Sollten dann nicht auch der Sonntagsbraten und der Messwein verboten werden? Oder stört das Tanzen das sonntägliche Ruhegebot? Bräuchte es in diesem Falle aber nicht auch ein Joggingverbot? Und wieso gilt das Arbeitsverbot nicht für Priester? Wieso betreiben viele Kirchen am Sonntag Handel oder gar ganze Shops?

Und wieso zwingt eine Religionsgemeinschaft den Bürgern eines ganzen Landes ihre Moralvorstellungen auf? Wie kann es irgendjemand (insbesondere aber die ach so friedliebenden Christen) gutheissen, wenn die ganze brachiale Gewalt des Staates eingesetzt wird, um Leute vom Tanzen abzuhalten und trotzdem Tanzende zu bestrafen?


  1. welt – Streit über Tanzverbot an Feiertagen / via Jan Filter – Irrsinn Tanzverbot []
Date: Tuesday, August 10th, 2010 | Category: Reaktionen | Tags: , , | Ein Kommentar | Language: |

Welche Morde darf man rechtfertigen?

In den USA wurde ein Mann verhaftet, weil dieser Verständnis für einen Amokläufer gezeigt hatte.1 In Deutschland werden immer wieder Leute fest genommen, die die Massenmorde rechtfertigen, die von Angehörigen des Dritten Reiches begangen wurden.

Wer jedoch die (von den Alliierten begangenen) Morde an den Afghanen oder an den Irakis rechtfertigt, der bekommt es nicht nur nicht mit der Polizei zu tun, sondern darf sich darüber in unzählige Talkshows und Kolumnen auslassen. Ebenso wurde noch keiner verhaftet, weil er die Massenmorde an den Bewohnern von Hiroshima, Nagasaki und Tokyo gerechtfertigt hat. Eher würde wohl in Haft genommen, wer kritisiert, dass die USA im Zweiten Weltkrieg über hunderttausend Personen japanischer Abstammung in Internierungslager gesperrt hat.

Wer den einen Massenmord rechtfertigt, darf sich vor einem Richter dafür verantworten, wer einen anderen Massenmord rechtfertigt, der wird zum Richter gemacht. Dies ist nicht nur ziemlich inkonsequent und riecht nach Doppelstandards, sondern verletzt auch die Meinungsfreiheit.

Doch solches ist man sich gewohnt. Die Geschichte wird von denen geschrieben, die den Krieg gewinnen.


  1. nbc – Cops: Man Said He Understood Shooter’s Mindset / via der Agorist []
Date: Tuesday, August 10th, 2010 | Category: Hintergrund, News | Tags: , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare | Language: |

Ein Massenmord, der nicht vergessen werden sollte

Ort: Nagasaki, Japan
Datum: 9. August 1945
Täter: Pilot Charles Sweeney und seine Crew1 auf Befehl von Harry S. Truman
Opfer: 39’000 Tote (unmittelbar), 25’000 Verletzte, dazu kommen Zehntausende, die an den Spätfolgen starben


  1. Charles Donald Albury, Fred Olivi, James van Pelt, Kermit Beahan, John D. Kuharek, Ray Gallagher, Edward Buckley, Abe Spitzer, Albert Dehart, Frederick L. Ashworth, Philip Barnes, Jacob Beser []
Date: Monday, August 9th, 2010 | Category: Videos | Tags: , , , , , | 3 Kommentare | Language: |

Ein (liberaler) Blick auf die Bundesratskandidaten der SP

Pascale Bruderer

  • will den Konsum von Dopingmitteln strafbar machen1
  • will den Sport stärker subventionieren1
  • meint, die Politik müsse zwischen Wirtschaft und Gesellschaft einen Ausgleich schaffen2
  • meint, das Schweizer Bildungssystem solle auf Frühförderung und Ganztagesschulen setzen3
  • will gesetzlich bestimmen, wie hoch Boni sein dürfen4

Jacqueline Fehr

  • will Kantone und Gemeinden dazu verpflichten, familien- und schulergänzende Betreuungsstrukturen anzubieten5
  • will den Konsum von Drogen straffrei machen6
  • will die Einheitskrankenkasse7
  • meint, Videos mit gewalttätigen Inhalten würden Gewalt verursachen8
  • forderte, dass Personen fremde Kinder nicht ohne eine Bewilligung samt Einführungs- und Weiterbildungskursen betreuen dürfen9

Eva Herzog

  • will die Schweizer Entwicklungshilfe erhöhen10

Simonetta Sommaruga

  • will den Einsatz von Gentechnologie in der Landwirtschaft verbieten11
  • will die Komplementärmedizin staatlich fördern12
  • will Jugendlichen verbieten, in der Nacht oder am Sonntag zu arbeiten13
  • will die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug aufheben und anderen Staaten bei der Steuereintreibung helfen14
  • befürwortet die Buchpreisbindung15
  • will Banken dazu zwingen, von den Kunden den Nachweis zu verlangen, dass diese ihr Geld versteuert haben16

Fazit

Die Bundesratskandidatinnen der SP sind allesamt ausgeprägte Etatistinnen mit einem grösseren oder kleineren Hand zum Sozialismus. Will man nicht zwischen Teufel und Beelzebub wählen, stellt sich auch nicht die Frage, welche Kandidatin das geringere Übel wäre.


  1. nachrichten – Doping-Vergehen: SP Schweiz fordert härtere Strafen [] []
  2. cs – Pascale Bruderer: “Ich möchte Brücken schlagen []
  3. sf – SP will faire Bildungschancen []
  4. 20min – Linke Politiker poltern gegen die Boni []
  5. nzz – Breite Frauen-Allianz für Tagesschulen []
  6. nzz – Konsum von Drogen soll straffrei werden []
  7. nzz – SP will die Einheitskrankenkasse []
  8. tink – “Niemand wird freiwillig kriminell” []
  9. thurgauer zeitung – Kinder und Kühe in den Klauen des Staates []
  10. jesus – Ein weisses Band gegen weltweite Armut []
  11. weltwoche – Resistent gegen Fakten []
  12. presseportal – Unlautere Beeinflussung der Meinungsbildung durch das BAG []
  13. nzz – SP und Gewerkschaften kämpfen für Jugendschutzalter 20 []
  14. bz – Simonetta Sommaruga: «Wir wären mit einem Schlag stark» []
  15. handelszeitung – CH/Buchpreisbindung: Auch der Ständerat will verbindliche Preise (AF) []
  16. blick – Schwarzgeld-Test – So reagieren Politiker: «Doppelmoral ist ärgerlich» []
Date: Sunday, August 8th, 2010 | Category: Hintergrund | Tags: , , , , , , | Noch keine Kommentare | Language: |

Ein (liberaler) Blick auf die Bundesratskandidaten der FDP

Marianne Dürst

  • will Gemeindefusionen1

Ursula Gut

  • will das Salzmonopol beibehalten2
  • will den Unterschied zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug aufweichen und Steuerhinterziehung härter bestrafen3

Karin Keller-Sutter

  • begrüsst Auslandseinsätze der Schweizer Armee und meint, der Swisscoy-Einsatz im Kosovo sei humanitär und fördere die Sicherheit der Schweiz4
  • will auch Jugendliche verwahren5
  • will mehr Polizisten6

Peter Malama

  • hält Raser grundsätzlich für Kriminelle7
  • will bestimmte Technologien subventionieren8
  • ist für die Wehrpflicht und gegen eine freiwillige Miliz9
  • ist auch für Auslandseinsätze der Schweizer Armee10

Ruedi Noser

  • will Eigenkapital und Fremdkapital steuerlich gleich stellen11

Johann Schneider-Ammann

  • wollte die Swissair mit Steuergeldern unterstützen12
  • forderte die Schaffung eines staatlich verbürgten Garantiefonds für Industriekredite12
  • ist für ein Verbot von Parallelimporten13

Fazit

Keiner der Bundesratskandidaten der FDP hat sich mit liberalen Ideen stark exponiert. Einzig Ruedi Noser zeigt liberalen Esprit mit seiner Erkenntnis, dass die steuerliche Begünstigung des Schuldenmachens schlecht ist und mit seiner Forderung, das Sparen dürfe nicht länger bestraft werden. Abgesehen davon weiss man bei Noser jedoch nicht wirklich, welche politischen Positionen er vertritt, vermutlich aber keine radikal-liberalen. Ähnlich unbekannt sind die Positionen von Marianne Dürst. Die vier übrigen Kandidaten machten vorwiegend mit etatistischen Forderungen von sich reden. Peter Malama ist sogar ein Befürworter der staatlichen Zwangsarbeit. Ursula Gut und Karin Keller-Sutter scheinen ganz gewöhnliche Etatisten zu sein. Johann Schneider-Ammann wiederum will Bailouts und Staatsgarantien, ist gegen Freihandel und hat in letzter Zeit vor allem durch seine Geisselung von hohen Boni und Löhnen Schlagzeilen gemacht.

Egal welcher FDPler also gewählt werden wird, der Liberalismus scheint verloren zu haben.


  1. persönliche Homepage []
  2. tagesanzeiger – Das Monopol verhindert Schlimmeres []
  3. tagesanzeiger – «Schwere Fälle wie Betrug verfolgen» []
  4. Karin Keller-Sutter bei der Swisscoy im Kosovo []
  5. bund – Verwahrung auch für Jugendliche []
  6. drs – FDP will mehr Sicherheit durch Überwachung []
  7. baz – Malama will Rasern an den Karren fahren []
  8. drs – Zustupf für Gebäudesanierungen []
  9. 20min – Armee wäre besser mit Freiwilligen []
  10. drs – Umstrittene Elite-Soldaten für Kosovo []
  11. magazin – Ruedi Noser, Unternehmer und FDP-Nationalrat []
  12. weltwoche – «Da suche ich noch» [] []
  13. swissinfo – Swissmem macht Kehrtwende bei Parallelimporten []
Date: Sunday, August 8th, 2010 | Category: Hintergrund | Tags: , , , , , , , , | 2 Kommentare | Language: |

Prix Courage 2010: Ein Nominierter hat seine Freundin getötet

Der Prix Courage ist eine Auszeichnung, die Der Schweizerische Beobachter seit 1997 verleiht. Mit dem Preis möchte die Zeitschrift Persönlichkeiten würdigen und fördern, „die unerschrocken und mit Hingabe für eine Idee kämpfen – zugunsten einer offenen, solidarischen und gerechten Schweiz“.1

Klingt gut. Auch ich bin für Gerechtigkeit, für eine offene Schweiz im Sinne einer Schweiz, in der die sozialen und wirtschaftlichen Freiheiten nicht beschränkt werden und für echte Solidarität (nicht sogenannte Zwangssolidarität). Wenn eine Zeitschrift Leute belohnen will, die sich für obige Ziele einsetzen, habe ich nichts dagegen.

In der Vergangenheit wurde der Prix Courage zwar an etliche Personen verliehen, die Zivilcourage gezeigt haben und ihr eigenes Leben riskiert haben, um das fremder Menschen zu retten. Aber daneben erhielten auch Individuen für Tätigkeiten den Preis, die mit den oben genannten Zielen nicht wirklich kompatibel zu sein scheinen. So z.B. Doris Vetsch und Anita Chaaban, die die Volksinitiative für eine “Lebenslange Verwahrung für nicht therapierbare, extrem gefährliche Sexual- und Gewaltstraftäter” lanciert haben.
Eine Initiative, der man als Liberaler aus zwei Hauptgründen nicht zustimmen kann: Einerseits darf man daran zweifeln, ob es überhaupt Leute gibt, die nicht therapierbar sind und die sich nicht bessern können. Andererseits ist unser Rechtssystem nicht das Beste und auch an der Forensik und der Psychologie gibt es etliches zu kritisieren. Dies bedeutet, die Gefahr, dass Unschuldige verwahrt werden, ist grösser, als einem lieb sein sollte.

Für den diesjährigen Prix Courage sind ein paar sehr tapfere und bewundernswerte Leute nominiert. Z.B. der Autist Marc Hofmann, der sich zwischen ein Pärchen und eine Schlägerbande gestellt hat.2 Oder Remo Knechtle, der zwei Senioren vor dem Ertrinken gerettet hat.3

Unter den Nominierten ist aber auch Saïda Keller-Messahli, die “trotz Todesdrohungen für einen toleranten Islam” und für ein Burkaverbot kämpft4 . Man fragt sich, was nationale Kleidervorschriften mit einer offenen Schweiz zu tun haben. Gibt es denn keine Schweizer, die ebenfalls für einen toleranteren Islam kämpfen, sich durch Todesdrohungen nicht einschüchtern lassen, aber niemandem die Freiheit nehmen wollen, sich so zu kleiden, wie es ihnen beliebt?

Die merkwürdigste Nomination ist die von Joachim Maire, der 2003 mit über 2 Promille Blutalkohol und zu hoher Geschwindigkeit einen Unfall verursacht hatte. Seine Freundin kam dabei ums Leben. Nun betreibt Maire “in der Raserszene Präventionsarbeit und unterstützt die Raser-Initiative”.5
Es ist zwar positiv, dass Maire etwas aus dem Unfall gelernt hat, doch das ändert nichts daran, dass er seine Freundin getötet hat. Hat der Beobachter keine Leute gefunden, die sich für sichere Strassen einsetzen, aber niemanden getötet haben? Sollten Leute, die den Tod unschuldiger Menschen verursacht haben, überhaupt Preise erhalten? Wieso ist jemand, der eine derartige Ungerechtigkeit verursacht hat wie Maire überhaupt für einen Preis nominiert, der Engagement für eine gerechte Schweiz auszeichnen soll?

Dann stellt sich auch die Frage, ob die Raserinitative überhaupt das richtige Mittel ist, um Unfälle auf der Strasse zu verhindern. Walter Block6 zum Beispiel kämpft zwar auch für sicherere Strassen, doch er sieht die Ursache in den vielen Toten nicht in zu hohen Promillegrenzen oder zu leichten Strafen für Raser. Block sieht das Problem darin, dass der Betreiber der Strassen keine Anreize haben, für mehr Sicherheit zu sorgen. Denn die Strassen gehören einem Monopolisten: Dem Staat nämlich. Doch anders als dies bei Unternehmern der Fall wäre, verliert kein Beamter Geld, wenn es zu Strassenunfällen kommt. Würden die Strassen privatisiert, hätten die Betreiber Anreize, die Strassen so sicher wie möglich zu machen und sie könnten auch ausprobieren, welche Regeln (bezügl. Alkohol, Mobiltelefone, Raser) die Strassen am sichersten machen. Ziemlich rasch würden sich so jene Unternehmer und jene Regeln durchsetzen, die die Strassen nicht nur sicher, sondern auch schnell und staufrei machen.

Doch vermutlich erwarte ich zu viel von einer Zeitschrift, die den Sozialstaat für eine solidarische Institution zu halten scheint, die von Steuersündern spricht, finanziellen Datenschutz für unwichtig hält und Konsumentenschutz manchmal mit der Bevormundung der Konsumenten verwechselt. Obwohl: Kürzlich wurde der Sozialstaatskritiker und Gründer von Avalon, Daniel Model, im Beobachter porträtiert.7 Dies zwar eher oberflächlich, aber dafür mit einem recht positiven Grundton.


  1. wikipedia – Prix Courage []
  2. Marc Hofmann []
  3. Remo Knechtle []
  4. Saïda Keller-Messahli []
  5. Joachim Maire []
  6. Walter Block – A Future of Private Roads and Highways []
  7. Hier herrscht ein Anarchist []
Date: Friday, August 6th, 2010 | Category: Reaktionen | Tags: , , | Noch keine Kommentare | Language: |

Murray Rothbard & Pop Culture

Murray Rothbard wrote 1973 in his book For a New Liberty about utilitarianism and the ‘common good’:

Suppose a society which fervently considers all redheads to be agents of the Devil and therefore to be executed wherever found. Let us further assume that only a small number of redheads exist in any generation – so few as to be statistically insignificant. The utilitarian-libertarian might well reason: “While the murder of isolated redheads is deplorable, the executions are small in number; the vast majority of the public, as non-redheads, achieves enormous psychic satisfaction from the public execution of redheads. The social cost is negligible, the social psychic benefit to the rest of society is great; therefore it is right and proper for society to execute the redheads.

2010, the music video to M.I.A.’s song Born Free was released:

HT: Gonzo Times – Murray Rothbards’ Teachings Have Made it to Pop Culture
See also: Radley Balko – The Redhead Roundup

Date: Thursday, August 5th, 2010 | Category: Videos | Tags: , , , , | 2 Kommentare | Language: |