Die unbeabsichtigte Konsequenz eines Burkaverbots

Was geschieht wohl, wenn eine streng gläubige Muslimin, die sich keinem Fremden zeigen darf, plötzlich keine Burka mehr tragen darf?

Wird sie sich dann von den Zwängen ihres eigenen Glaubens lösen und erkennen, dass die Burkapflicht völliger Unsinn ist? Wird sie also fortan unverhüllt die Strassen auf und ab gehen? Sich gar einen Badeanzug kaufen und schwimmen gehen?

Oder wird sie nicht eher an ihrem Glauben festhalten und zwangsläufig daheim bleiben, statt auszugehen? (Denn sich draussen unverhüllt zu zeigen, käme ja einer Todsünde gleich. Aber genau dies müsste sie ja bei einem Burka- oder gar Kopftuchverbot.)

Was ist wahrscheinlicher: Dass ein mickriges Verbot den Glauben eines Menschen völlig verändert oder dass dieser Mensch allen widrigen Umständen zum Trotz an seinen (womöglich mit der Muttermilch eingesogenen) Überzeugungen fest hält?

Ich tippe auf Letzteres und habe ich Recht, so würde ein Burkaverbot nicht zur Befreiung der muslimischen Frau führen (wie dies manche Feministinnen zu glauben scheinen), sondern bloss dazu, dass die Burkaträgerinnen nun noch weniger tun können und sich gar nicht mehr in die Öffentlichkeit begeben.

(Trägt die Muslimin die Burka nicht aus tiefer innerer Überzeugung, sondern weil sie von ihrem Mann dazu gezwungen wird, dann dürfte sich ihre Stellung bei einem Burkaverbot noch weniger verbessern.)

Darbellay: Feind der Religionsfreiheit

Der gute Christ(ophe) Darbellay ist auf Kriegsfuss mit der Religionsfreiheit. Nun will er gar den Muslimen und Juden vorschreiben, wie sie sich bestatten lassen dürfen:

Noch während die SVP am Sonntag ihren Sieg feierte, brachte CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay das von ihm seit Jahren geforderte Burkaverbot wieder auf den Tisch. Zwei Tage später sprach er sich gegenüber dem Aargauer Privatfernsehen Tele M1 für ein Verbot separater muslimischer und jüdischer Friedhöfe aus. Wo es schon solche gebe, könne man diese zwar belassen. In Zukunft sollen aber keine Ausnahmen mehr gemacht werden.1

Na, dieser Vorschlag wird sicher auch den restlichen Christen gefallen. Viele sehnen sich ja geradezu danach, selig neben Ungläubigen und Heiden zu ruhen. Politisch wird er sich auch keine Freunde schaffen, jüdische Gräber sind nicht unbedingt attraktiver Gesprächsstoff.

  1. Basler Zeitung – Nach dem Minarett-Verbot: Darbellay auf Kreuzzug / via Manfred Messmer – Herr Darbellay ist ein sehr eigenartiger Politiker []

Bez. Minarettverbot (+ Bigotterie)

Ich verstehe nicht, wieso die Gegner des Minarettverbots derart überrascht sein können. Es ist ja nicht so, als ob die Schweiz ein überaus freiheitlicher Staat wäre, in dem es keine Zensur gibt, in dem nicht Anders- und Ungläubige die katholische und reformierte Kirche zwangsmitfinanzieren müssen, in dem atheistische Plakate nicht verboten werden, in dem an den Staatschulen keine religiöse Propaganda verbreitet wird…

Nein, die Schweiz ist bezüglich Religions-, Glaubens- und Meinungsäusserungsfreiheit genauso unfrei wie alle anderen westlichen Staaten. Und just die Sozialdemokraten (damit sind nicht nur SPler gemeint), die derzeit am heftigsten protestieren und furchtbar entrüstet sind (oder tun), sind berüchtigt dafür, für Zensur zu werben.1

Doch wer im einen Fall Zensur befürwortet (beispielsweise bei anzüglichen Plakaten oder rassistischen öffentl. Aussagen), sich im anderen Falle aber über Minarettbauverbote beklagt, der ist ebenso bigott wie der Christ, der sich über Kirchtürme freut, aber Andersgläubigen das Türmchenbauen verbieten will.

(siehe auch: Christian Hoffmann – Hoppla
und auch: Dominik Hennig – Eine ausgeglichene Bilanz?
und auch: Marco Kanne – Nicht der Muslim, der Staat ist das Problem!)

P.S. Nicht bigott und wahrhaft liberal ist einzig derjenige, der nur in jenen Fällen ein Bauverbot gutheisst, in denen das Gebäude das Eigentum Dritter beschädigen würde. Doch wie viele Schweizer sind schon dafür, dass jeder mit seinem Eigentum tun und lassen darf, was er möchte (so lange er die Eigentumsrechte anderer nicht verletzt)?

Genau, kaum einer.

  1. Nein, nicht alle Sozialdemokraten befürworten Zensur, aber doch erschreckend viele. []

Meinungsfreiheit ist absolut*

*sofern sie die Eigentumsrechte von irgendjemandem verletzt. Die Meinungsfreiheit auf dem eigenen Grundstück zu beschränken, ist also kein Verbrechen, sondern ein Grundrecht. (Der deine Frau beleidigt, kannst du also weiterhin rauswerfen, wenn er dies in deinem Haus tut. Beschimpft er sie aber auf seinem Grund und Boden (oder auf dem anderer einwilligender Leute oder in Zeitungen, die er dann an willige Käufer verteilt), so kannst du absolut nichts dagegen tun. In diesem Sinne ist Meinungsfreiheit absolut. (Und Rassismusgesetze, Zensur, UNO-Resultionen (die Islamkritik verbieten wollen), Rufschädigungsgesetze etc. nicht gut, sondern echte und unverzeihliche Aggressionen.)

Doch hier jetzt Pat Condell und seine Anklage:

Keiner gönnt dir deine Freiheit (u.a.)

Es gibt jene Eltern, die vergessen an einem heissen Sommertag ihre Kinder im Auto, kehren dann Stunden später zurück und finden ihre Kinder tot vor. Gene Weingarten hat ein herzzerreissendes Stück dazu geschrieben, das aufzeigt, dass jeder sein Baby vergessen kann. Keiner ist davor gefeit. / Gene Weingarten – Fatal Distraction: Forgetting a child in the back seat of a hot, parked car is a horrifying, inexcusable mistake. But is it a crime?

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Jeff Eldridge will in Westvirgina den Verkauf von Barbie- und sonstigen Modepuppen verbieten. Der Grund? Barbiepuppen würden Mädchen dazu anspornen, ungebührlich viel Wert auf ihr Aussehen zu legen. / opponent – US-Provinzpolitiker will Barbie verbieten: 50 Jahre Plastikschönheit sind ihm zu viel / Los Angeles Times – A West Virginia legislator plays with a ban on Barbie dolls
Jeff ist mit seinen wirren Ängsten nicht alleine. Auch deutsche Feministen trachten Barbie nach ihrem Plastikleben. / Münstersche Zeitung – Wespentaille und lange Beine: Barbie wird 50

Doch der Paternalismus ist auch aus der Schweiz nicht mehr wegzudenken. Die Stadt Zürich will künftig noch stärker bestimmen, welchen Lebensstil die dortigen Bürger zu pflegen haben. Abweichler werden nicht mehr nur schräg angeschaut, sondern selbstverständlich bestraft. Auf dem Pausenhof einen Mars-Riegel zu verspeisen, wird künftig verboten sein. Karotten und Wasser sollen die Schüler künftig essen. / nzz – Pausenkioske ohne Cola, Mars und Co.: Neue Ernährungsrichtlinien für Stadtzürcher Schulen

Doch die Hasstiraden gegen nackte Frauen und fettigen Speisen ist nur die Spitze des Eisberges: Der Paternalismus schreckt nicht einmal vor dem persönlichen Bekleidungsstil zurück. Baggy Pants zu tragen soll in Tennessee und South Carolina künftig verboten sein, in diversen Städten ist es heute schon offiziell ein Verbrechen. Selbst Obama hat schon öffentlich seine Abneigung gegen tief sitzende Jeans geäussert. / Greag Beato – Sag Bashers: Exposing the misguided war on saggy pants

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Ganz so schlimm wie in Venezuela ist es hier aber dann doch nicht. Chavez ist nämlich drauf und dran, die Agrarindustrie zu verstaatlichen, wenn sich die Bauern seinem Willen nicht fügen. Vorerst sind zwar nur die Reisbauern davon betroffen, aber da wird sicher nicht lange so bleiben. Andere Industriezweige hat Chavez ja schon gewaltsam übernommen. / freilich.ch – Unvermeidliche Eskalation

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Die UNO entwickelt sich mehr und mehr zum Sprachrohr und Handlanger von Despoten, Tyrannen und anderen Schlächtern. Die UNO hat nämlich eine Resolution verabschiedet, die Religionskritik illegal macht. Sich gegen Steinigungen auszusprechen, wird also vielleicht schon bald mit einer Steinigung bestraft werden. / pharyngula – Talk fast, we might be criminalized / Christopher Hitchens – Don’t Say a Word: A U.N. resolution seeks to criminalize opinions that differ with the Islamic faith.

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Wer Politik nicht wirklich leiden kann, oder zumindest für diesen Moment oder Abend die Nase gestrichen voll hat davon, der erfährt im nachfolgenden Video, wieso Wissenschaft so wichtig ist (hat tip to phil plait):


Why is Science Important? from Alom Shaha on Vimeo.

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Zu guter Letzt ein sehr optimistische Rede von Nick Gillespie, der der Überzeugung ist, dass wir im libertären Moment leben (hat tip to dan hayes):

Die Ignoranz gegenüber mutwilliger Körperverletzung

Jeder Angriff der physischen Unversehrtheit einer Person stellt Köperverletzung dar. Körperverletzung ist nur dann gerechtfertigt und moralisch, wenn die verletzte Person zuvor ihr Einverständnis erklärt hat, oder, bei einem urteilsunfähigen Individuum, wenn unmittelbare medizinische Notwendigkeit bestanden hat, die Person also sonst gestorben oder irreversible Schäden genommen hätte.

Die Beschneidung der Vorhaut bei Kindern von Juden und Muslimen ist also im absoluten Grossteil aller Fälle als unmoralisch zu bewerten, auch wenn damit womöglich gewisse gesundheitliche Vorteile einher gehen. Es ist auch ein Beispiel von massloser Arroganz, wenn man meint, Messer an einen Kindskörper anlegen zu dürfen, ihn also ihn einem Zustand der äussersten Wehrlosigkeit seines Rechtes auf Selbstbestimmung zu berauben. Wie ruchlos muss man sein, um eine solche Schandtat zu begehen?

The Life of Brian mit Mohammed

When a Life of Brian comes out with Muhammad in the lead role, directed by an Arab equivalent of van Gogh, it will be a huge step.
~ Ayaan Hirsi Ali

Bunte Bildchen und massakrierte Menschen

In der einen Hand haben wir ein paar dänische Karikaturisten und ihre Verbildlichung von Mohammed, Religionsgründer und War Lord. In der andern Hand haben wir das von muslimischen Massenmördern angerichtete Massaker in Mumbai.

Am 11.2.2006 haben eintausend Muslime in Bern auf dem Bundesplatz gegen die Mohammed-Karikaturen protestiert. Heute schweigen die schweizerischen muslimischen Verbände. Kein Wort der Verurteilung der Gewalt, die ja immerhin in Allahs Namen geschehen ist. Keine Abgrenzung von den Terroristen. Nicht einmal den Vorwurf der Blasphemie erschallt. Oder ist es für einen friedlichen Moslem nur Gotteslästerung, wenn man bunte Bildchen malt, aber nicht, wenn man Allahs Namen dazu missbraucht (aus ihrer Sicht, meiner Meinung nach sind Massenmorde eine treffende Interpretation des Korans…), hunderte von Menschen umzubringen? Zumindest vom Rassismus und Antisemitismus1 der Attentäter wollen sich diese Verbände doch schon distanzieren?

Nun, ich warte jetzt einfach hier auf die grosse Empörung und die Fackelzüge.

inspiriert von andres kyriacou – Frage an die muslimischen Verbände hier: Schaut Ihr auch mal fern?

  1. lindwurm – Jagen, stellen, eliminieren []

Wenn ich würge, dann weil ich Nachrichten lese…

Ruth, 7 Jahre, Christin. Sie sitzt auf dem Schoß einer Tante. Die grätscht ihre Beine, hält sie wie im Schraubstock. Eine andere hält die Arme. Ruth schreit. Keine Chance. Die Rasierklinge nimmt ihr die Klitoris. Ohne Betäubung. Kurzer Prozess. Blut. Zitronensaft zur Desinfektion. Ein Lappen zur Blutstillung. Anschließend eine Feier.

Der Raub der Klitoris ist die mildeste Form der Verstümmelung.

Fatima muss die härteste Form ertragen. Sie ist 8 Jahre alt, Muslimin, lebt in der Danakilwüste, Äthiopien. Sie wird pharaonisch verstümmelt. Wie ihre Spielkameradinnen. Laila zum Beispiel, die seitdem nie wieder gesprochen hat. Stumm seit elf Wochen. Ein Drittel der Mädchen wird nie wieder sprechen. Tod durch Verbluten, schätzt die UNO.

Vier Erwachsene haben Mühe, die um ihr Leben strampelnde Fatima zu halten. Die Rasierklinge raubt die Klitoris, die Schamlippen, alles, unbarmherzig. Auch die Seele. Das Vertrauen in das Leben. Auch das Vertrauen zu den Erwachsenen, deren Hände die Schreie ersticken. Fatima ist ohnmächtig. Die Scheide wird verschlossen. Mit Akaziendornen. Wie ein Reißverschluss. Gnadenlos. Die Schenkel werden umwickelt.

Nach vier Wochen sind die Wundränder zusammengewachsen. Was Fatima bleibt, ist eine Öffnung, klein wie ein Reiskorn. Ab jetzt dauert das Urinieren eine halbe Stunde. Die Regelblutung zwei Wochen. Wenn sie Kinder haben will, wird sie aufgeschnitten. Bei der Geburt noch einmal das Messer. Dann die erneute Verschließung.

Folter lebenslänglich.1

Ich erinnere mich noch an die Zeitungskommentare, in denen gefordert wird, das somalische Piratenproblem dadurch zu lösen, dass man einen islamistischen Herrscherzirkel installiert. Und jene, die den Islam als inhärent gute Religion ansehen. Hier habt ihr eure Religion des Friedens. Hier habt ihr eure heiligen Bücher und Offenbarungen. Hier habt ihr die Moral und die Ethik, die der Glauben bietet. Gewiss, tausende Muslime lehnen die Beschneidung ebenso vehement ab wie ich. Aber das liegt nicht daran, dass sie den Koran gelesen haben, sondern daran, dass sie Mitgefühl empfinden und mal tief und lange nachgedacht haben. Das führt uns zum grossen Problem, das sich aus dem Gottesglauben ergibt. Es ist zutiefst unmoralisch. Jene, die nicht an einen himmlischen Diktator glauben, müssen ihre Taten vor sich und ihrer Umgebung verantworten. Wer Gott an seiner Seite hat, kann alles tun. Mit Gott lässt sich alles rechtfertigen. Auch die herzzerreissenden Schreie von achtjährigen Mädchen.

  1. TARGET – Weibliche Genitalverstümmelung / via jan filter []

…sollten nicht die Verhältnisse aus den Augen…

In Somalia wurde ein 13-jähriges Mädchen von drei Männern vergewaltigt und dann wegen ausserehelichem Geschlechtsverkehr gesteinigt.

Ich muss die politisch wenig korrekte Frage stellen: Was verdammt nochmal ist das für eine Religion, die so etwas zulässt.1

Nun, der Islam hat noch weit schlimmere Dinge zu bieten. Auch wenn man sich eine Steigerung der oben geschilderten Brutalität schlecht vorstellen kann. Doch bei aller Islamkritik (Die ich stets begrüsse.) darf man unsere Hausreligion, das Christentum nicht zu kritisieren vergessen. Dieses erscheint nur so friedlich (Vernachlässigt man evangelikale Terroristen und päpstliche Gräuel.), weil sie massiv von der Aufklärung und dem Humanismus beeinflusst wurde. Der Islam muss also nicht eine friedlichere Religion werden (Was angesichts der Splatterstories im Koran, mit denen man jeden Genozid legitimieren kann, nicht konsequent durchsetzbar wäre.), sondern atheistischer werden. Die islamische Welt braucht eine Aufklärung. (Der Westen könnte sich dieser gleich anschliessen und sich von Horoskopen und Stammzellenforschungsverboten lossagen.)

  1. arlesheim reloaded – Aisha! []