In der einen Hand haben wir ein paar dänische Karikaturisten und ihre Verbildlichung von Mohammed, Religionsgründer und War Lord. In der andern Hand haben wir das von muslimischen Massenmördern angerichtete Massaker in Mumbai.
Am 11.2.2006 haben eintausend Muslime in Bern auf dem Bundesplatz gegen die Mohammed-Karikaturen protestiert. Heute schweigen die schweizerischen muslimischen Verbände. Kein Wort der Verurteilung der Gewalt, die ja immerhin in Allahs Namen geschehen ist. Keine Abgrenzung von den Terroristen. Nicht einmal den Vorwurf der Blasphemie erschallt. Oder ist es für einen friedlichen Moslem nur Gotteslästerung, wenn man bunte Bildchen malt, aber nicht, wenn man Allahs Namen dazu missbraucht (aus ihrer Sicht, meiner Meinung nach sind Massenmorde eine treffende Interpretation des Korans…), hunderte von Menschen umzubringen? Zumindest vom Rassismus und Antisemitismus1 der Attentäter wollen sich diese Verbände doch schon distanzieren?
Nun, ich warte jetzt einfach hier auf die grosse Empörung und die Fackelzüge.
inspiriert von andres kyriacou – Frage an die muslimischen Verbände hier: Schaut Ihr auch mal fern?
Ruth, 7 Jahre, Christin. Sie sitzt auf dem Schoß einer Tante. Die grätscht ihre Beine, hält sie wie im Schraubstock. Eine andere hält die Arme. Ruth schreit. Keine Chance. Die Rasierklinge nimmt ihr die Klitoris. Ohne Betäubung. Kurzer Prozess. Blut. Zitronensaft zur Desinfektion. Ein Lappen zur Blutstillung. Anschließend eine Feier.
Der Raub der Klitoris ist die mildeste Form der Verstümmelung.
Fatima muss die härteste Form ertragen. Sie ist 8 Jahre alt, Muslimin, lebt in der Danakilwüste, Äthiopien. Sie wird pharaonisch verstümmelt. Wie ihre Spielkameradinnen. Laila zum Beispiel, die seitdem nie wieder gesprochen hat. Stumm seit elf Wochen. Ein Drittel der Mädchen wird nie wieder sprechen. Tod durch Verbluten, schätzt die UNO.
Vier Erwachsene haben Mühe, die um ihr Leben strampelnde Fatima zu halten. Die Rasierklinge raubt die Klitoris, die Schamlippen, alles, unbarmherzig. Auch die Seele. Das Vertrauen in das Leben. Auch das Vertrauen zu den Erwachsenen, deren Hände die Schreie ersticken. Fatima ist ohnmächtig. Die Scheide wird verschlossen. Mit Akaziendornen. Wie ein Reißverschluss. Gnadenlos. Die Schenkel werden umwickelt.
Nach vier Wochen sind die Wundränder zusammengewachsen. Was Fatima bleibt, ist eine Öffnung, klein wie ein Reiskorn. Ab jetzt dauert das Urinieren eine halbe Stunde. Die Regelblutung zwei Wochen. Wenn sie Kinder haben will, wird sie aufgeschnitten. Bei der Geburt noch einmal das Messer. Dann die erneute Verschließung.
Folter lebenslänglich.1
Ich erinnere mich noch an die Zeitungskommentare, in denen gefordert wird, das somalische Piratenproblem dadurch zu lösen, dass man einen islamistischen Herrscherzirkel installiert. Und jene, die den Islam als inhärent gute Religion ansehen. Hier habt ihr eure Religion des Friedens. Hier habt ihr eure heiligen Bücher und Offenbarungen. Hier habt ihr die Moral und die Ethik, die der Glauben bietet. Gewiss, tausende Muslime lehnen die Beschneidung ebenso vehement ab wie ich. Aber das liegt nicht daran, dass sie den Koran gelesen haben, sondern daran, dass sie Mitgefühl empfinden und mal tief und lange nachgedacht haben. Das führt uns zum grossen Problem, das sich aus dem Gottesglauben ergibt. Es ist zutiefst unmoralisch. Jene, die nicht an einen himmlischen Diktator glauben, müssen ihre Taten vor sich und ihrer Umgebung verantworten. Wer Gott an seiner Seite hat, kann alles tun. Mit Gott lässt sich alles rechtfertigen. Auch die herzzerreissenden Schreie von achtjährigen Mädchen.
Im “Bund” vom Samstag will ein Kommentator die somalische Bevölkerung den Islamisten opfern, damit die der Piraterie ein Ende setzen:
Schon seit Jahren mischt sich Washington massiv in die somalischen Belange ein, um dort die Islamisten auszuschalten, und trägt so wesentlich zur Destabilisierung des Staates bei. Jeder Somalier weiss jedoch, dass nur die Islamisten das Land aus seiner Zersplitterung und Agonie befreien können: Allein sie vermochten während ihrer kurzen Herrschaft vor zwei Jahren unter anderem auch die Piraterie zu stoppen. Neben den fanatischen Gotteskriegern gibt es in Somalia eine Mehrheit gemässigter Islamisten. Der Westen sollte endlich seine ideologischen Scheuklappen ablegen und Somalias einzige Hoffnungsträger unterstützen.1
Nun kann man durchaus zwischen Muslimen und Islamisten unterscheiden. Man sollte sogar. Desweiteren kann man auch die gewaltbereiten Islamisten von den moderaten trennen. Macht ebenfalls Sinn. Aber wie hartherzig und wie verzweifelt muss man sein, um sich in Somalia die Islamisten an die Macht zu wünschen, um den Piraten Herr zu werden?
Somalia soll keine Theokratie werden, sondern eine humanistische, liberale Demokratie. Denn wir alle wissen, was mit jenen Staaten geschieht, in denen der politische Islam die Macht übernimmt. Unterdrückung der Frauen, der Ungläubigen und zu grossen Teilen auch der Männer. Steinigungen. Das Verbot von nahezu allen Vergnügungen. Und einen grossen Batzen Irrsinn. Ist uns das lieber als ein paar Piraten?
Selbst wenn die zu errichtende islamistische Regierung moderat wäre, hätten wir immer noch eine Theokratie, da der Islam als geschlossene Ideologie noch in den letzten Winkel des Lebens eines Bürgers dringt und sich im Islamismus auch Wirtschaft und Gesellschaft nach dem Islam richten müssen. Individualität und Freiheit fallen schon mal weg.
Und wer will schon, dass sich ein Staat an einem Märchenbuch orientiert, dessen Hauptdarsteller ein ungerechter, blutrünstiger, genozidaler, rassistischer, homophober, Kinder mordende, grössenwahnsinniger, neidischer, sadistischer, bösartiger Kontroll-Freak ist?
Ein verdammt kurzes Interview mit Geert Wilders. Es wird bloss ein bisschen an der Oberfläche gekratzt. Doch ein Interview ist besser als gar keins:
SPIEGEL: But immigrant youth crime has nothing to do with religion.
Wilders: It’s true, they don’t carry the Koran under their arms. But it’s at home. And their fathers go to the mosque. They don’t tell their children that beating women or believers of other religions is not allowed. That’s why we have to push harder for a kind of Leitkultur, a guiding culture. Not a monoculture but a culture that draws on our Christian, Jewish, humanistic traditions and that poses a challenge to the Islamic problem. This is patriotism, not nationalism, this is pride in our own culture.1
Wie sich die Welt an fünfzehn Minuten Film berauschen kann. Wahrlich wunderlich:
Unterdessen verurteilte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon den anti-islamischen Film “in schärfster Form”. Es gebe keinerlei Rechtfertigung für Hasspredigten und das Anstacheln von Gewalt, erklärte Ban in New York. “Das Recht auf freie Meinungsäußerung steht hier nicht zur Debatte”, so Ban. “Freiheit muss immer mit sozialer Verantwortung einhergehen.”1
Der Spitzendiplomat [Ban Ki Moon] mahnte einen gegenseitigen Respekt der Religionen an. Die wahre Trennlinie verlaufe nicht zwischen der islamischen und der westlichen Welt, sondern zwischen einer kleinen Zahl von Extremisten und dem Rest der Welt, sagte Ban.2
“In dem seit Monaten angekündigten Film bringt Wilders Terroraktionen muslimischer Extremisten in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Koran.” Folge? Muslime reagieren extremistisch und drohen mit Terroraktionen.3
Not that I think that such films shouldn’t be made, quite the contrary. I think the only way we twill ever get to a state of true global secularism is by continually showing these radicals that we will never give up. Once they finally realize that their threats and actions are not going to be tolerated, and that they should respect people’s opinions different to their own, maybe then we can have a sensible discussion over the whole matter. Acting like idiotic immature children (which they are) isn’t going to get them anywhere.((the atheist blogger – Fitna removed from LiveLeak / Exakt.))
Es ist schon eine ziemliche Packung, die dem Zuschauer zugemutet wird. Es ist ein direkter Sprung ins Gesicht all jener, die die Probleme leugnen oder auf die lange Bank schieben wollen. Es ist aber kein rassistischer oder blasphemischer Film.1
Fair ist „Fitna“ nicht: der Film verschweigt die Rolle des Westens bei der Finanzierung und Stabilisierung der elenden Verhältnisse in arabischen Ländern, die die Jugend in die Arme der Extremisten treibt, er verschweigt die Verurteilungen des Terrors durch islamische Führer und er verschweigt die Opfer der vom Westen finanzierten oder initiierten Kriege in muslimischen Ländern.2
Niederländische Muslim-Verbände erklärten kurz nach Veröffentlichung, er sei nicht so schlimm wie erwartet. Sie hatten befürchtet, Wilders würde im Video den Koran verbrennen oder ihn in Stücke reissen. Dies sei aber nicht der Fall.3
Seit Donnerstagabend ist der Film nun auf der Website www.liveleak.com einzusehen – und zeigt, dass Wilders exakt auf der Augenhöhe und dem Niveau derjenigen argumentiert, denen seine Kritik gilt.4
[Fitna] behandelt ein Phänomen, das, wie mittlerweile jeder informierte Leser weiss, jüngeren Datums ist und sich primär aus politischen und sozialen Missständen nährt: eine tiefe Frustration, die dann auf unselige Weise in eine tödlich bornierte und rückständige Lesart der religiösen Schriften umgewandelt wird.5
Den Film selbst bezeichnete die [dänische Journalisten-]Gewerkschaft als politische Propaganda.1
Das iranische Aussenministerium nannte den den Film eine «widerliche Aktion» und sprach von einem «Kreuzzug» westlicher Länder gegen den Islam.2
Das Stück sei «irreführend und voller Rassismus», sagte heute ein Sprecher des [indonesischen] Aussenministeriums; die Veröffentlichung sei «ein unverantwortlicher Akt unter dem Mantel der Pressefreiheit.»3
[Der indonesische] Parlamentspräsident Agung Laksono warnte vor Unruhen und forderte die Regierung auf, die Weiterverbreitung des Stücks etwa über das Internetportal «YouTube» zu unterbinden.4
Der Vorsitzende der grössten islamischen Organisation «Muhammadiyah», Dien Syamsuddin, sagte: «Wir sind absolut gegen diesen Film, der eindeutig eine Beleidigung ist und den Islam diskreditiert.»5
Geert Wilders Film “Fitna” ist nun endlich erschienen. Sehen kann man ihn auf Liveleak. rutube, da Morddrohungen gegen Mitarbeiter von Liveleak ausgesprochen wurden und deswegen das Video von Liveleak gelöscht wurde.1 Alternativ ist “Fitna” bei Youtube zu finden. Dort ist das Video allerdings für Besucher unter 18, resp. alle ohne Account gesperrt.2
Gegner und Kritiker des Films monieren, Wilders wolle bloss provozieren. Andere meinen gar, Wilders einziges Ziel sei es, zu beleidigen. Wen auch immer.
In einem liberalen Staat, der die Meinungsfreiheit hochhält und sie nur bei rassistischen Äusserungen und Hetzreden unterbindet, ist Wilders Intention jedoch völlig irrelevant. Oder soll man etwa einen Film verbieten, bloss weil der Macher nichts weiter will, als zu provozieren? Dann müsste man die halbe Filmgeschichte ausradieren.
Auch beleidigen darf man. Es ist zwar nicht die feine Art und Weise, aber Beleidigungen sind etwas sehr Alltägliches. Wollte man sich jedes Fluchwort verbieten, man würde durchdrehen. Ob unterdrückter Gefühle. Ob der Scheinheiligkeit.
Ich habe mir den Film reingezogen. Ohne Popcorn. Ohne übermässige Begeisterung. “Fitna” ist nicht schlimm. Selbst der Tagesanzeiger kommt zu diesem Schluss.3 Volksverhetzend wäre der Film, wenn die explizite und ernst gemeinte Aussage gemacht würde: “Muslime sind nicht mehr wert als ein Stück Dreck.”
Dem ist nicht so. Es werden bloss die Schrecken gezeigt, die der Islam hervorgebracht hat. 9/11. Antisemitismus. Zu Mord aufrufende Koran-Suren. Doch das ist alles längst bekannt. Terrorismus kann islamisch motiviert sein. Da bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass alle Moslems Mörder wären. Oder den Islamismus unterstützen würden. Einen Film im selben Still könnte man über jede andere Religion drehen. Bibelpassagen etwa. Christliche Fundamentalisten, die “Abtreibungs-Ärzte” umbringen. Zur Judenmission aufrufende Päpste.
Religionskritik muss immer erlaubt sein. Besonders in Zeiten wie diesen.
(Klar, “Stop Islamisation” kommt wortwörtlich vor. Auch “Islam wants to rule, submit and seeks to destroy our western cilivization”. Doch ich halte das für eine erlaubte Übertreibung im Kampf gegen den Islamismus. Und Muslime, die unsere Werte teilen, sollten sich davon schon gar nicht angesprochen fühlen.)
it’s simply stupid to try and protest accusations that you are violent by committing acts of violence.1
Die Gefahr für die betroffenen Zeichner und Redakteure ist erst dann vorbei, wenn sie eines natürlichen Todes gestorben sind, denn die islamofaschistische Ideologie wird wohl kaum eines solchen Todes sterben.2
Man muss diese Karikaturen wohl so lange zeigen, bis der letzte Islamist begriffen haben wird, daß es Menschen gibt, denen die Meinungsfreiheit ein so hohes Gut ist, daß sie sich nicht einschüchtern lassen werden.((telegehirn – Mohammed-Karikaturenkrise reloaded))
Im Frühjahr 2006 hatte Dänemark seinen Karikaturenstreit, nun zieht Schweden nach:
In mehreren Zeitungen erschienen diese Tage Karikaturen von Lars Vilk. Sie zeigen unter anderem den Propheten Mohammed mit einem Hundekörper und einem Menschenkopf. In Schweden folgte eine intensive bis hitzige Debatte darüber, ob diese Karikaturen erlaubt seien, ob sie überhaupt Kunst seien und ob Vilk gar die Kunstszene hatte kritisieren wollen. Dieser jedoch machte weiter und brachte auch Christen und Juden in den Genuss von Karikaturen ihres Glaubens.
Die Muslime fühlen sich beleidigt und müssen im kalten Herbst auf die Strasse gehen, um gegen diese Untat zu demonstrieren. Die nach dem dänischen Karikaturenstreit geforderten (Selbst-)Zensuren sollten uns zu denken geben. Da wird von diversen Gruppierungen gefordert, unsere Pressefreiheit in den Müll zu werfen. Mit ihr auch die freie Meinungsäusserung und das hierzulande schon lange ausgeübte Recht, Religionen ebenso zu karikieren und zu kritisieren wie Politiker, Stars und Minderheiten.
Wenigstens gab sich der iranische Präsident Ahmadinejad grosszügig und versicherte, dieser neue Karikaturenstreit würde die bilateralen Beziehungen zwischen Iran und Schweden nicht beeinträchtigen. Er fügte an, er sähe “hinter der Publikation eine Verschwörung der Zionisten, die verhindern wollten, dass es zwischen Iran und Schweden gute Beziehungen gebe.”1
Das Ministerium für äussere Angelegenheiten in Islamabad verurteilte im Namen Pakistans die Karikaturen aufs Schärfste und zeigte mit den Worten “Regrettably, the tendency among some Europeans to mix the freedom of expression with an outright and deliberate insult to 1.3 billion Muslims in the world is on the rise,”, wie schwierig es sein kann, zu verstehen, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung eben gerade bedeutet, beleidigen und kritisieren zu dürfen. Was wäre dieses Recht schon wert, wenn es einzig bedeutete, Komplimente machen zu dürfen?
the local, sweden’s news in english: Iran protests over Swedish Muhammad cartoon
the local, sweden’s news in english: Muhammad cartoon: Sweden ’sorry for hurt feelings’
Auf dem Dach eines türkischen Gemeinschaftszentrum in Olten (SO) darf nun also ein Minarett gebaut werden, so hat zumindest das Bundesgericht entschieden.
Einen Stopp der Initiative “Gegen den Bau von Minaretten” bedeutet dies aber noch lange nicht. Im Gegenteil, den Minarett-Gegnern gibt dieser Entscheid erst recht Motivation, die Initiative beim dem Volk durchzubringen.
Mit der Initiative soll der Religionsfrieden in der Schweiz gesichert werden und zudem christlich-abendländische Kultur gestärkt werden.
Statt die Gesamtheit der Muslime zu verurteilen, sollte man besser die Fundamentalisten in ihre Schranken verweisen und ein klares Zeichen dafür setzen, dass sich Westeuropa von Islamisten keineswegs einschüchtern lässt. Dazu könnten die muslimischen Verbände und Gruppierungen der Schweiz damit beginnen, sich klar vom Islamismus zu distanzieren. Schliesslich ist der Islamismus eine Spielart desjenigen Islams, den die Schweizer Muslime derart lieben.