Obama tritt in Bushs Fussstapfen und kämpft weiter gegen die Freiheit

Barack Obama ist ein würdiger Nachfolger von George W. Bush, er betreibt weiterhin Foltergefängnisse (Guantanamo, Bagram) und will nun auch noch den Patriot Act erweitern, der offiziell zur Terrorismusbekämpfung dienen soll, de facto aber Schrecken und Entsetzen in der amerikanischen Bevölkerung auslöst und den Behörden ein Passepartout bietet, um diverse Freiheiten einzuschränken und inländische Spionage zu betreiben.

The Obama administration supports extending three key provisions of the Patriot Act that are due to expire at the end of the year, the Justice Department told Congress in a letter made public Tuesday.

Lawmakers and civil rights groups had been pressing the Democratic administration to say whether it wants to preserve the post-Sept. 11 law’s authority to access business records, as well as monitor so-called “lone wolf” terrorists and conduct roving wiretaps.

The provision on business records was long criticized by rights groups as giving the government access to citizens’ library records, and a coalition of liberal and conservative groups complained that the Patriot Act gives the government too much authority to snoop into Americans’ private lives.1

oder in David Kramers Worten:

Extending the Bush war in Afghanistan. Expanding on the Bush corporate welfare bailouts. Keeping in place Bush’s Fascist “PATRIOT” law. I just don’t know how much more of this Obama “change” I can handle.2

  1. Yahoo News – Obama supports extending Patriot Act provisions / via David Kramer – George W. Obama supports extending PATRIOT Act Provisions []
  2. David Kramer – George W. Obama supports extending PATRIOT Act Provisions []

Konterterrorismus

Little Brother1 von Cory Doctorow am Lesen und sowohl an den Patriot Act2, wie auch an Bundestrojaner3 und den präventiven Abschuss von womöglich entführten Flugzeugen denkend4, so scheint es mir sehr viel wünschenswerter, das potentielle Risiko, von einem Suizidbomber ermordet zu werden (Ein Ereignis, das in etwas so wahrscheinlich ist, wie von einem Blitz getroffen zu werden.), in Kauf zu nehmen, als mich an einem Flughafen durchleuchten zu lassen oder über meine Schulter zu blicken und eine Kamera zu entdecken, die selbst die Schmutzränder unter meinen Fingernägeln für Monate auf Harddisks speichern.

  1. craphound – Little Brother (Free Download etc.) []
  2. wikipedia – USA PATRIOT Act []
  3. wikipedia – Online-Durchsuchung []
  4. spiegel online – Russland erlaubt Abschuss von Flugzeugen []

Bunte Bildchen und massakrierte Menschen

In der einen Hand haben wir ein paar dänische Karikaturisten und ihre Verbildlichung von Mohammed, Religionsgründer und War Lord. In der andern Hand haben wir das von muslimischen Massenmördern angerichtete Massaker in Mumbai.

Am 11.2.2006 haben eintausend Muslime in Bern auf dem Bundesplatz gegen die Mohammed-Karikaturen protestiert. Heute schweigen die schweizerischen muslimischen Verbände. Kein Wort der Verurteilung der Gewalt, die ja immerhin in Allahs Namen geschehen ist. Keine Abgrenzung von den Terroristen. Nicht einmal den Vorwurf der Blasphemie erschallt. Oder ist es für einen friedlichen Moslem nur Gotteslästerung, wenn man bunte Bildchen malt, aber nicht, wenn man Allahs Namen dazu missbraucht (aus ihrer Sicht, meiner Meinung nach sind Massenmorde eine treffende Interpretation des Korans…), hunderte von Menschen umzubringen? Zumindest vom Rassismus und Antisemitismus1 der Attentäter wollen sich diese Verbände doch schon distanzieren?

Nun, ich warte jetzt einfach hier auf die grosse Empörung und die Fackelzüge.

inspiriert von andres kyriacou – Frage an die muslimischen Verbände hier: Schaut Ihr auch mal fern?

  1. lindwurm – Jagen, stellen, eliminieren []

Diese Kontrollen…

Flugplätze und Flugzeuge werden schärfer bewacht als manche Regierungsgebäude und Gefängnisse. Ursache dafür sind Ereignisse wie 9/11. Besonders jedoch die daraus entstandene, panische Angst. Vermischt mit dem erstarkenden Sicherheitsbedürfnis, dem Wunsch nach Papa “Superman” Staat und einem risikolosen Leben, ergibt diese eine brandgefährliche Mischung. Ihr Opfer: Freiheit und Komfort.

Statt das Risiko einer Flugzeugentführung in Kauf zu nehmen und dafür durch keine Sicherheitskontrollen hindurch gehen zu müssen, erkaufen sich viele falsche, aber begehrte Sicherheit. Denn durch all die Kontroll- und Sicherheitsmassnahmen (Nacktscanner sind jetzt der neuste Schrei. Wann werden die Sciherheitsfachkräfte wohl begreifen, dass man gefährliche Gegenstände nicht nur auf sich, sondern auch in sich tragen kann? Wann folgen die routinemässigen rektalen Kontrollen? Wann werden alle Passagiere auf Schlafmittel gesetzt, um das Risiko möglichst gerind zu halten?) an Flughäfen ist das Fliegen wohl kaum sicherer geworden. Dafür vergrault und verärgert man seine Passagiere. Das Fliegen hat seine majestätische Aura verloren. Es ist zu einem Übel geworden, dass man wenn möglich umgeht.

Greifen wir wieder nach den Sternen und leben das Risiko. Alternativ kann man auch einfach gerade ganz auf seine Kleider verzichten, wenn man fliegen will. Lieber FKK am Flughafen als komplette Überwachung.

Religion pervetiert den Verstand

Eine Frage, die mir immer wieder – aber besonders um den 11. September herum – durch den Kopf geht, lautet: Wie kommt es, dass der Zusammenhang zwischen 9/11 und der Religion negiert, ja gar offen populistisch geleugnet wird?

Die Ideologie von al-Kaida betrachten sie demzufolge als Epiphänomen – als sekundären Effekt. Sie ist die dunkle Ausgeburt der Globalisierung. Sie ist die Mimesis der Moderne: dezentralisiert, privatisiert, outgesourct und vernetzt.1

Der islamische Jihad sei also eine Reaktion auf das globale Dorf und nicht vom Islam durchdrungen und von ihm inspiriert.

Wer das Appeasement liebt, selber religiös ist und mit anitkapitalistischen Bewegungen liebäugelt, dem gefällt diese Überzeugung so sehr, dass man den Schuldigen nicht mehr im Islam – und bei Chavez (die Messiasfigur für den modernen Sozialisten) Herzbruder Ahmadinejad – suchen muss, sondern ihn bei Nestlé, Coca Cola und den Hedge-Funds findet.

Dies ist nicht nur schlicht falsch, sondern eine brandgefährliche Idee, die den Sozialismus mitten in unsere Gesellschaft zurück bringt und der Marktwirtschaft das Genick brechen will.

Doch was habe ich den Religionsapologeten entgegen zu setzen?

Nicht bloss theokratische Substaaten, die Scharia, Hamas-TV und Reden über Reden von Islamisten, sondern auch den Koran. Der nicht mit Humanismus gesegnete findet darin Hass, Krieg und Blut und die klare Botschaft, dass alle Ungläubigen zu töten oder mindestens aber zu konvertieren seien. Nein, selbst wenn man versucht, diese äusserst brutalen Passagen metaphorisch und schönfärberisch zu interpretieren, dann ergibt sich immer noch ein Bild des Grauens. Moderne Theologen versuchen dann immer, jene Passagen (die zwar praktisch auf jeder Seite des Korans zu finden sind, aber das nur als Nebenanmerkung) auf der Basis ihrer eigenen Studien (Bei denen sie Märchen herbeiziehen, um andere Märchen zu interpretieren, was de facto dazu führt, dass der bei Westlern unbewusst humanistische Verstand alle schlimmen Stellen der heiligen Bücher ignoriert und die guten mit Leuchtstift markiert.) zu streichen. Dies wiederum ist nichts anderes als völlig willkürliche Rosinenpickerei. Was einem gefällt, das kommt ins Töpfchen, alles andere ins Kröpfchen. Kriterium dabei: Subjektivität.

Doch wie geht man mit jenen um, die Religion und Glauben immer noch für unverzichtbar für das menschliche Zusammenleben halten?

Man nimmt sie mit in amerikanische Hell Houses, lässt sie mit dem Papst und dem Dalai Lama sprechen, lässt sie an den Kulthandlungen der Indios teilhaben, erzählt ihnen etwas von den Ursprüngen des Antisemitismus und des Rassismus, kauft ihnen eine Burka, befragt sie über aztekische Menschenopfer und christliche Hexen- und Judenjagden und afrikanische Albinojagden, zeigt ihnen ein paar Zahlen über Masernkranke, bringt ihnen Astronomie bei, lässt sie in den heiligen Büchern lesen, bringt sie in Kontakt mit Missionaren und Jihadisten…

Wenn man den Weg der Vernunft, des rationalen, auf Fakten gestützten Handelns verlassen hat, treibt man schon im Mahlstrom. Es bleiben dann wenige Möglichkeiten, wie man entscheiden kann, was man glauben will, resp. welcher Glauben nun wahr ist. Meist greifen die Gläubigen dann auf die Vernunft zurück, was aber zu grosser Inkonsistenz in ihrem eigenen Denken führt. Wenn man sich selber die Grundlage entzieht, aufgrund der man entscheiden kann, wem zu glauben ist (Der Naturalist glaubt einzig jene Aussagen, die sich auf wissenschaftlich gesicherte Fakten stützen.) , dann kann man schnell einen Fehlgriff tun und sich in die Hände von Verschwörungstheoretikern oder antihumanistischen Populisten begeben. Religion zersetzt somit die Vernunft und damit die einzig richtige Entscheidungsgrundlade. Sie pervertiert den Verstand und macht aus nüchternen Menschen Traumtänzer mit einem Fleischermesser in der Hand.

  1. nzz – In einer klaren, ruhigen Nacht []

Kommentierte Reaktionen auf Geert Wilders “Fitna” II

Es ist schon eine ziemliche Packung, die dem Zuschauer zugemutet wird. Es ist ein direkter Sprung ins Gesicht all jener, die die Probleme leugnen oder auf die lange Bank schieben wollen. Es ist aber kein rassistischer oder blasphemischer Film.1

Fair ist „Fitna“ nicht: der Film verschweigt die Rolle des Westens bei der Finanzierung und Stabilisierung der elenden Verhältnisse in arabischen Ländern, die die Jugend in die Arme der Extremisten treibt, er verschweigt die Verurteilungen des Terrors durch islamische Führer und er verschweigt die Opfer der vom Westen finanzierten oder initiierten Kriege in muslimischen Ländern.2

Niederländische Muslim-Verbände erklärten kurz nach Veröffentlichung, er sei nicht so schlimm wie erwartet. Sie hatten befürchtet, Wilders würde im Video den Koran verbrennen oder ihn in Stücke reissen. Dies sei aber nicht der Fall.3

Seit Donnerstagabend ist der Film nun auf der Website www.liveleak.com einzusehen – und zeigt, dass Wilders exakt auf der Augenhöhe und dem Niveau derjenigen argumentiert, denen seine Kritik gilt.4

[Fitna] behandelt ein Phänomen, das, wie mittlerweile jeder informierte Leser weiss, jüngeren Datums ist und sich primär aus politischen und sozialen Missständen nährt: eine tiefe Frustration, die dann auf unselige Weise in eine tödlich bornierte und rückständige Lesart der religiösen Schriften umgewandelt wird.5

  1. faz – Quälende Collage des Hasses im Internet / Blasphemie und Rassismus in einem Satz? Nun, das ist heftig. Wenn wir die beiden Dinge gleichsetzen, nun, dann lasst uns doch gleich Lobeshymnen auf die Theokratie singen. []
  2. faz – Quälende Collage des Hasses im Internet / Suggestion ist etwas schönes, hm? Man mag sie bei “Fitna” kritisieren, doch wenn man den Westen für den Islamismus verantwortlich machen will, dann ist sie recht und billig. []
  3. tagesanzeiger – Wilders-Film: Niederländischer Premier äussert Kritik / So what? Auch wenn er das Märchenbuch zerrissen hätte… Haben wir jetzt Gesetze, die das Zerreissen von Büchern verbieten? Ach nein, stimmt, es wäre ein Akt purer Blasphemie. Wie fürchterlich. Wie rassistisch. []
  4. nzz – Wie du mir, so ich dir / Sind wir nicht alle ein bisschen Suizidbomber? Und Geert ganz besonders? []
  5. nzz – Wie du mir, so ich dir / Vielleicht hat der islamistische Terrorismus auch einfach mit dem Islam selbst zu tun? Religionen haben immer das Potential zu gewaltigen Massakern aufzurufen. Aber vermutlich hatten die mittelalterlichen Kreuzzüge auch nichts mit der Religion zu tun. []

Kommentierte Reaktionen auf Geert Wilders “Fitna”

Den Film selbst bezeichnete die [dänische Journalisten-]Gewerkschaft als politische Propaganda.1

Das iranische Aussenministerium nannte den den Film eine «widerliche Aktion» und sprach von einem «Kreuzzug» westlicher Länder gegen den Islam.2

Das Stück sei «irreführend und voller Rassismus», sagte heute ein Sprecher des [indonesischen] Aussenministeriums; die Veröffentlichung sei «ein unverantwortlicher Akt unter dem Mantel der Pressefreiheit.»3

[Der indonesische] Parlamentspräsident Agung Laksono warnte vor Unruhen und forderte die Regierung auf, die Weiterverbreitung des Stücks etwa über das Internetportal «YouTube» zu unterbinden.4

Der Vorsitzende der grössten islamischen Organisation «Muhammadiyah», Dien Syamsuddin, sagte: «Wir sind absolut gegen diesen Film, der eindeutig eine Beleidigung ist und den Islam diskreditiert.»5

  1. Tagesanzeiger – Klage gegen Wilders angekündigt / In einer Demokratie über politische Propaganda zu klagen? []
  2. Tagesanzeiger – Scharfe Kritik aus Iran, Indonesien und Bangladesh / Genau, dieser Film ist ja so etwas von undifferenziert. Dieser Westen, der die ganze Zeit Verschwörungen gegen friedselige iranische Islamisten schmiedet… []
  3. Tagesanzeiger – Scharfe Kritik aus Iran, Indonesien und Bangladesh / Wie rassistisch es doch ist, terroristische Attentate zu verurteilen… []
  4. Tagesanzeiger – Scharfe Kritik aus Iran, Indonesien und Bangladesh / Herr Lakonso, wissen Sie, dass Youtube gar kein niederländisches Unternehmen ist? Dass man darüber hinaus das Internet nicht so einfach kontrollieren kann wie seinen Chihuahua? []
  5. Tagesanzeiger – Scharfe Kritik aus Iran, Indonesien und Bangladesh / He, Syamsuddin, der kleine Hans hat mich mit einem Schneeball am Arm getroffen. Darf ich eine Fatwa ausrufen. Darf ich? Hm, darf ich? []