Financiers des Todes

Es ist fürchterlich:
Der Pazifist in diesem oder jenem Staate, der aus Sorge um sein eigenes Leben Steuern zahlt, finanziert jene Todesgeschwader mit, die in fremden wie auch in hiesigen Ländern Flächenbombardements durchführen, kaltblütig Hunde erschiessen und so harmlose wie friedfertige Kiffer entführen und wegsperren.

Wir Steuerzahler sind also (unfreiwillig) die Financiers des Todes.

Über die Notwendigkeit, unfreiwillige Tode zu verhindern

[T]ranshumanism stresses the moral urgency of saving lives, or, more precisely, of preventing involuntary deaths among people whose lives are worth living.

~ Nick Bostrom – Transhumanist Values

Tote, Entsetzen und Freudentaumel

Jörg Haider ist tot.1 Er hat sich zu jener erdrückenden Mehrheit von Menschen gesellt, die bereits (ob kürzlich oder vor Jahrtausenden) gestorben sind. Über die wenigsten dieser Personen denken wir je nach. Die meisten kannten wir nicht, konnten wir nicht kennen, den wenigsten standen wir (emotional, physisch, intellektuell) nahe.

Niemandem sollte man den Tod wünschen. Doch darf man sich über den Tod von jemandem freuen?

Es besteht keine moralische Obligation, den Tod eines jeden zu betrauern oder auch nur einen Mundwinkel hängen zu lassen. Doch darf man in Jubel ausbrechen, weil jemand gestorben ist? Wie viele Verbrechen muss ein Mensch verübt haben, dass man sich über seinen Tod freuen darf? Oder darf man sich einzig freuen, wenn der Tod eines Individuums gleichzeitig das Ende von Pein, Tod und Qualen für andere bedeutet?

Kurz vor der Mitte des letzten Jahrhunderts wurde der Tod von unglaublich schrecklichen und grausamen Personen gewünscht, herbeigeführt und bejubelt. Dürfte der Europäer des einundzwanzigsten Jahrhunderts sich immer noch freuen, wenn derartige Charaktere ableben?

  1. lindwurm – Zum Tod Jörg Haiders, Zum Tod Jörg Haiders, Teil 2 / the flowers are gone – Der nicht erwartete Fall []