Mit vielen Dingen mag dieser Typ ja Recht haben, dass die Lösung auf dem freien Markt liegt kann er ja meinen, beweisen kann er es nicht. Interessant ist auch, dass diese Freiheitsbewegung durch die Brüder Koch finanziert werden, welche auch hinter der Tea Party Bewegung stehen. Es sind also nicht die Vernünftigen die Freiheit und Wettbewerb fordern, sondern eben die Reichen. Sie kaufen sich ihre Meinung.
Mit vielen Dingen mag dieser Typ ja Recht haben, dass die Lösung auf dem freien Markt liegt kann er ja meinen, beweisen kann er es nicht.
Und du kannst nicht beweisen, dass die Lösung beim Staat liegt.
Interessant ist auch, dass diese Freiheitsbewegung durch die Brüder Koch finanziert werden, welche auch hinter der Tea Party Bewegung stehen.
So what? Wenn du damit sagen willst, dass Cradens Aussagen nicht stimmen, bloss weil er Geld von dieser oder jener Person erhält, dann machst du einen gewaltigen Fehlschluss. Vielleicht solltest du dich auf seine Argumente konzentrieren.
Es sind also nicht die Vernünftigen die Freiheit und Wettbewerb fordern, sondern eben die Reichen.
Ja, alle, die Freiheit und Wettbewerb fordern, sind reich. Natürlich. Und alle, die Zwang und Staat fordern, sind arme Teufel, die ihr Geld nie dazu verwenden würden, ideologische Organisationen, Bewegungen und Lobbies zu finanzieren.
“Und du kannst nicht beweisen, dass die Lösung beim Staat liegt.”
In jedem Fall liegt die Lösung beim Staat. Die Frage ist wie sie aussehen soll. Denn auch eine möglichst freie Marktwirtschaft kommt nicht ohne Staat aus. Die Frage ist doch, ob die Freiheit der Mehrheit steigt oder sinkt, wenn man die Märkte möglichst wenig Kontrolle überlässt. Kapitalismus führt zu einer Ungleichverteilung der Einkommen. In den Modellen wie dem vorgestellten, denn nichts anderes ist das Ideal das ein Markt es schon regeln wird, wird das Recht auf Privateigentum als gültig und unantastbar angenommen. Nun zeigt die Geschichte, dass im Zweifelsfall die Armen sich bei den Reichen bedienen. Es gibt zwei Möglichkeiten dies zu verhindern. Eine Möglichkeit ist, den Armen genug zu geben, damit sie ruhig bleiben (Sozialstaat), die andere Möglichkeit weitet den Schutz des Eigentums aus (Polizeistaat). Nun muss man sich nur überlegen, welches System mehr Freiheit verspricht. Wo werden diese Folgen in dem Video thematisiert? Warum sollte eine Mehrheit auf Dauer akzeptieren, dass sie für eine Minderheit arbeitet und selbst kaum genug zum leben hat. Vor allem wenn die Begründung ist, dass die Marktgesetze das fordern und diese Gesetze von Menschen geschrieben und weiterentwickelt wurden, welche zu eben jener Minderheit gehör(t)en oder von ihr finanziert wurden/werden.
“Wenn du damit sagen willst, dass Cradens Aussagen nicht stimmen, bloss weil er Geld von dieser oder jener Person erhält, dann machst du einen gewaltigen Fehlschluss. ”
Ich werde genau dann skeptisch, wenn Unternehmer Projekte zu Freiheit des Marktes und zur Reduktion von Kontrollen und Gesetzen fordern, wenn es sie betrifft. Koch Industries haben gegen einige Umweltgesetze verstoßen. Somit liegt ihr Interesse natürlich darin diese abzubauen. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass dieses (und andere) Unternehmen für mehr und fairen Wettbewerb (Verkleinerung von Unternehmen, Stärkung des Verbraucherrechts, Kennzeichnungspflichten für Giftstoffe, etc.) und gegen rechtliche Verschärfungen (Weg in den Polizeistaat) zum Schutz des Eigentums eintreten würden.
“Ja, alle, die Freiheit und Wettbewerb fordern, sind reich. Natürlich. Und alle, die Zwang und Staat fordern, sind arme Teufel, die ihr Geld nie dazu verwenden würden, ideologische Organisationen, Bewegungen und Lobbies zu finanzieren.”
Die Armen können keine Lobby finanzieren, weil sie kein Geld haben. Man muss sich nur die Ungleichheit der Waffen ansehen. Was haben deutsche Gewerkschaften für Mittel und was die Konzerne? Wenn die Armen die Mittel hätten würden sie natürlich das Spiel mitspielen und auch dann muss man die Resultate kritisch hinterfragen.
In jedem Fall liegt die Lösung beim Staat. Die Frage ist wie sie aussehen soll.
Die Lösung liegt in diesem Sinne beim Staat, als dass er sich dafür entscheiden könnte, die Leute einfach machen zu lassen, so lange sie sich nicht bestehlen und verprügeln.
Die Frage ist doch, ob die Freiheit der Mehrheit steigt oder sinkt, wenn man die Märkte möglichst wenig Kontrolle überlässt.
Wichtiger ist jedoch noch, wie man ‘Freiheit’ definiert.
Kapitalismus führt zu einer Ungleichverteilung der Einkommen. In den Modellen wie dem vorgestellten, denn nichts anderes ist das Ideal das ein Markt es schon regeln wird, wird das Recht auf Privateigentum als gültig und unantastbar angenommen. Nun zeigt die Geschichte, dass im Zweifelsfall die Armen sich bei den Reichen bedienen.
Bei staatlich herbei geführten Krisen, ja. Nicht aber, wenn Arme und Reiche reicher und reicher werden.
Es gibt zwei Möglichkeiten dies zu verhindern. Eine Möglichkeit ist, den Armen genug zu geben, damit sie ruhig bleiben (Sozialstaat), die andere Möglichkeit weitet den Schutz des Eigentums aus (Polizeistaat).
Ein Polizeistaat ist meist ein sehr schlechter Eigentumsschützer. Zudem gibt es eine dritte Möglichkeit: Den freien Markt, der nahezu alle Menschen wohlhabender macht, was dazu führt, dass die Armen die Reichen gar nicht bestehlen wollen.
Warum sollte eine Mehrheit auf Dauer akzeptieren, dass sie für eine Minderheit arbeitet und selbst kaum genug zum leben hat.
Was in einer freien Marktwirtschaft jedoch nicht der Fall wäre.
Ich werde genau dann skeptisch, wenn Unternehmer Projekte zu Freiheit des Marktes und zur Reduktion von Kontrollen und Gesetzen fordern, wenn es sie betrifft. Koch Industries haben gegen einige Umweltgesetze verstoßen. Somit liegt ihr Interesse natürlich darin diese abzubauen.
Es ist gut skeptisch zu sein, nur sollte diese Skepsis nicht selektiv sein, sondern auch gegenüber von Politikern, Beamten, Akademikern, NPOs und Gewerkschaften gelten.
Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass dieses (und andere) Unternehmen für mehr und fairen Wettbewerb (Verkleinerung von Unternehmen, Stärkung des Verbraucherrechts, Kennzeichnungspflichten für Giftstoffe, etc.) und gegen rechtliche Verschärfungen (Weg in den Polizeistaat) zum Schutz des Eigentums eintreten würden.
Viele Libertäre sind überzeugt, dass gerade der Staat dafür verantwortlich ist, dass es so viele grosse Unternehmen gibt. Auf einem freien Markt wären viele kleiner. Ebenso wäre es auf einem freien Markt leichter, gegen ‘Umweltsünder’ vorzugehen, da dort jeder eine Zivilklage einreichen könnte und nicht auf den Goodwill der Politiker angewiesen wäre (und die Politiker Unternehmen nicht von der Haftung für Umweltverschmutzungen befreien könnten.). Und ein Staat, der die Eigentumsrechte aller, also auch der Armen, stärker schützen würde, wäre kein Polizeistaat, da er eben nicht befugt wäre, Leute willkürlich zu verhaften oder zu durchsuchen.
Die Armen können keine Lobby finanzieren, weil sie kein Geld haben.
Arme sind nicht völlig geldlos.
Man muss sich nur die Ungleichheit der Waffen ansehen. Was haben deutsche Gewerkschaften für Mittel und was die Konzerne?
Das ist jene Fixierung aufs Monetäre, die bei Sozialisten so oft zu beobachten ist. Geld ist nicht das einzige, was wichtig ist und Geld ist nicht gleichzusetzen mit Macht.
Aber ich will auch gar nicht die Unternehmen verteidigen, denn ich bin nicht für Protektionismus und Subventionen, sondern eben für einen freien Markt, der bei vielen Unternehmen für kreative Zerstörung sorgen würde.
“Wichtiger ist jedoch noch, wie man ‘Freiheit’ definiert.”
Absolut. Wie soziale Gerechtigkeit ist es nur eine Floskel und eindeutige Definitionen gibt es nicht.
“Bei staatlich herbei geführten Krisen, ja. Nicht aber, wenn Arme und Reiche reicher und reicher werden.”
Das heißt es gibt keine Krisen, wenn es eine freie Marktwirtschaft gäbe? Warum sollte das der Fall sein? Selbst ohne staatliche Interventionen kann es zu Herdenverhalten und Fehlinvestitionen kommen. Diese können sich über Jahre hinziehen und in einer Marktbereinigung (Krise) münden. Selbst eine ideal freie Marktwirtschaft (welche niemals erreichbar wäre) ist ein hochgeradig nichtlineares, chaotisches System. Die Annahmen des Gleichgewichts ist nicht Realistisch.
“Den freien Markt, der nahezu alle Menschen wohlhabender macht, was dazu führt, dass die Armen die Reichen gar nicht bestehlen wollen.”
Und der Kommunismus führt dazu, dass alle Menschen ohne Armut leben und glücklich sind.
“Was in einer freien Marktwirtschaft jedoch nicht der Fall wäre.”
So wie im Kommunismus alle gleich sind.
Das sind Ideale die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben. Wer Kommunisten und Sozialisten unrealistische Spinner schimpft und solche Dinge schreibt ist nicht gerade Glaubwürdig.
Warum sind die Annahmen unrealtisch? Nur vier Punkte
1. Im idealen freiheitlichen Modell gibt es scheinbar keinen Einfluss von Wirtschaftskriminalität oder Kriminalität im Allgemeinen. Die Mafia hat sehr viel Einfluss und Macht und nutzt diese liebend gerne aus, um Märkte zu ihrem Vorteil zu beeinflussen. Das kann kein Staat komplett verhindern, vor allem wenn er möglichst klein sein soll.
2. Der Startpunkt innerhalb einer Gesellschaft und die daraus resultierenden Beziehungen haben massiven Einfluss auf das spätere Einkommen und den Erfolg. Ein Kind aus reichem Haus, welches auf eine Privatschule geht und eine Liste mit Telefonnummern von Spitzenmanagern bekommt, wird es deutlich einfacher haben ein hohes Einkommen zu erreichen als ein Arbeiterkind. Beide sind frei sich zu bilden.
3. Der Arbeitsmarkt ist niemals ein freier Markt. Nicht jeder Teilnehmer kann nicht frei wählen ob er arbeiten möchte oder nicht. Auch ist ein Arbeitnehmer nicht unendlich flexibel.
4. Der sozial-gesellschaftliche Aspekt wird vollkommen ausgeklammert. Menschen handeln nicht rational. Sie versuchen rational ihr Verhalten im Nachhinein zu begründen. Des Weiteren fügen sie sich innerhalb einer Gesellschaft ein und probieren Erwartungen zu erfüllen.
Das heißt es gibt keine Krisen, wenn es eine freie Marktwirtschaft gäbe? Warum sollte das der Fall sein?
Nein, ich wollte bloss andeuten, dass die derzeitige Krise, wie auch die meisten im letzten Jahrhundert, staatsgemacht sind und dass in jenen Zeiten im letzten Jahrhundert, in der Arme und Reiche reicher geworden sind, die Armen eben nicht revoltiert haben.
Ein freier Markt mag seine Krisen haben, aber ich glaube nicht, dass er zu so grossen Depressionen führen würde wie wir sie in den letzten hundert Jahren erlebt haben, sondern bloss zu kurzen Bereinigungen, die zwar schmerzhaft sind, aber sich eben nicht über etliche Jahre hinziehen.
1. Im idealen freiheitlichen Modell gibt es scheinbar keinen Einfluss von Wirtschaftskriminalität oder Kriminalität im Allgemeinen. Die Mafia hat sehr viel Einfluss und Macht und nutzt diese liebend gerne aus, um Märkte zu ihrem Vorteil zu beeinflussen. Das kann kein Staat komplett verhindern, vor allem wenn er möglichst klein sein soll.
Die Mafia ist vorwiegend ein Produkt des Prohibitionismus. D.h. ohne Schwarzmärkte kann sie nicht existieren. In einer freien Marktwirtschaft gäbe es aber nur praktisch weisse Märkte und die paar schwarzen, die es doch gäbe, wären nicht allzu lukrativ.
2. Der Startpunkt innerhalb einer Gesellschaft und die daraus resultierenden Beziehungen haben massiven Einfluss auf das spätere Einkommen und den Erfolg. Ein Kind aus reichem Haus, welches auf eine Privatschule geht und eine Liste mit Telefonnummern von Spitzenmanagern bekommt, wird es deutlich einfacher haben ein hohes Einkommen zu erreichen als ein Arbeiterkind. Beide sind frei sich zu bilden.
Ein Grund, wieso ich gegen Wettbewerbseinschränkungen und Protektionismus bin. Damit der Arme praktisch ohne Hürden ein Unternehmen gründen und die Reichen konkurrieren kann.
3. Der Arbeitsmarkt ist niemals ein freier Markt. Nicht jeder Teilnehmer kann nicht frei wählen ob er arbeiten möchte oder nicht. Auch ist ein Arbeitnehmer nicht unendlich flexibel.
Ich sehe jetzt gerade nicht, was das mit freien Märkten zu tun hat. Vielleicht verstehen wir nicht dasselbe darunter.
4. Der sozial-gesellschaftliche Aspekt wird vollkommen ausgeklammert. Menschen handeln nicht rational. Sie versuchen rational ihr Verhalten im Nachhinein zu begründen. Des Weiteren fügen sie sich innerhalb einer Gesellschaft ein und probieren Erwartungen zu erfüllen.
Ich stimme dir zu, aber ich sehe wiederum nicht, was das mit freier Marktwirtschaft zu tun hat. Ich bin ja kein Neoklassiker.
“Ein freier Markt mag seine Krisen haben, aber ich glaube nicht, dass er zu so grossen Depressionen führen würde wie wir sie in den letzten hundert Jahren erlebt haben, sondern bloss zu kurzen Bereinigungen, die zwar schmerzhaft sind, aber sich eben nicht über etliche Jahre hinziehe”
Damit habe ich eben ein Problem. Man glaubt, dass es wahrscheinlich besser laufen würde. Ist es nicht der Fall gab es immer noch zu viele Regeln. Glauben als Basis halte ich für zu schwach.
“die paar schwarzen, die es doch gäbe, wären nicht allzu lukrativ.”
Nur ein paar Stichworte, diesbezüglich:
Insiderhandel, Diebstahl von Technologie, etc. wird es immer noch geben.
“Ich sehe jetzt gerade nicht, was das mit freien Märkten zu tun hat. Vielleicht verstehen wir nicht dasselbe darunter.”
Die Grundannahmen eines freien Marktes können nicht erfüllt werden. Wenn ein Unternehmen nicht verkaufen kann geht es pleite. Kann ich meine Arbeit nicht verkaufen müsste ich nach dieser Definition sterben. Das wird nicht passieren und somit ist die Forderung, dass
“keine staatliche Kontrolle oder Marktregulierung besteht”
nach George Nikolaus Halm nicht erfüllt.
“Ich würde mir das lieber in Textform durchlesen. Gibt es irgendwo ein Transkript dazu?”
Es gibt ein Buch dazu. Einfach nach dem Namen und Identity Economy suchen.
Nur ein paar Stichworte, diesbezüglich:
Insiderhandel, Diebstahl von Technologie, etc. wird es immer noch geben.
Insiderhandel ist ein Managementproblem. Technologiediebstahl betrifft Copyright und Patente, darauf möchte ich jetzt nicht eingehen.
Die Grundannahmen eines freien Marktes können nicht erfüllt werden. Wenn ein Unternehmen nicht verkaufen kann geht es pleite. Kann ich meine Arbeit nicht verkaufen müsste ich nach dieser Definition sterben.
Ich verstehe nicht, wie das eine aus dem andern folgen soll.
Das wird nicht passieren und somit ist die Forderung, dass “keine staatliche Kontrolle oder Marktregulierung besteht” nach George Nikolaus Halm nicht erfüllt.
Wiederum: Ich habe keine Ahnung, wieso das eine aus dem andern folgen sollte.
Es gibt ein Buch dazu. Einfach nach dem Namen und Identity Economy suchen.
Ich stimme der Erklärung bei Wikipedia auch zu, obwohl das immer noch sehr simplistisch ist:
Identity economics captures the idea that we make economic choices based on both monetary incentives and our identity: holding monetary incentives constant, we avoid actions that conflict with our concept of self.
Wird denn im Buch erklärt, wie das zum Scheitern der freien Marktwirtschaft und zur Notwendigkeit der Sozialdemokratie führt?
“Ich verstehe nicht, wie das eine aus dem andern folgen soll.”
Das heißt, dass die Gesellschaft mich überlicherweise nicht sterben lassen wird und somit die Lohnuntergrenze nicht marktgeregelt sein kann.
“Wird denn im Buch erklärt, wie das zum Scheitern der freien Marktwirtschaft und zur Notwendigkeit der Sozialdemokratie führt?”
Es kann nichts scheitern was niemals existiert hat. Es zeigt sich nur, dass die Motivation eines Menschen etwas zu tun von deutlich mehr abhängt als von seinem ökonomischen Vorteil.
Mit vielen Dingen mag dieser Typ ja Recht haben, dass die Lösung auf dem freien Markt liegt kann er ja meinen, beweisen kann er es nicht. Interessant ist auch, dass diese Freiheitsbewegung durch die Brüder Koch finanziert werden, welche auch hinter der Tea Party Bewegung stehen. Es sind also nicht die Vernünftigen die Freiheit und Wettbewerb fordern, sondern eben die Reichen. Sie kaufen sich ihre Meinung.
Und du kannst nicht beweisen, dass die Lösung beim Staat liegt.
So what? Wenn du damit sagen willst, dass Cradens Aussagen nicht stimmen, bloss weil er Geld von dieser oder jener Person erhält, dann machst du einen gewaltigen Fehlschluss. Vielleicht solltest du dich auf seine Argumente konzentrieren.
Ja, alle, die Freiheit und Wettbewerb fordern, sind reich. Natürlich. Und alle, die Zwang und Staat fordern, sind arme Teufel, die ihr Geld nie dazu verwenden würden, ideologische Organisationen, Bewegungen und Lobbies zu finanzieren.
“Und du kannst nicht beweisen, dass die Lösung beim Staat liegt.”
In jedem Fall liegt die Lösung beim Staat. Die Frage ist wie sie aussehen soll. Denn auch eine möglichst freie Marktwirtschaft kommt nicht ohne Staat aus. Die Frage ist doch, ob die Freiheit der Mehrheit steigt oder sinkt, wenn man die Märkte möglichst wenig Kontrolle überlässt. Kapitalismus führt zu einer Ungleichverteilung der Einkommen. In den Modellen wie dem vorgestellten, denn nichts anderes ist das Ideal das ein Markt es schon regeln wird, wird das Recht auf Privateigentum als gültig und unantastbar angenommen. Nun zeigt die Geschichte, dass im Zweifelsfall die Armen sich bei den Reichen bedienen. Es gibt zwei Möglichkeiten dies zu verhindern. Eine Möglichkeit ist, den Armen genug zu geben, damit sie ruhig bleiben (Sozialstaat), die andere Möglichkeit weitet den Schutz des Eigentums aus (Polizeistaat). Nun muss man sich nur überlegen, welches System mehr Freiheit verspricht. Wo werden diese Folgen in dem Video thematisiert? Warum sollte eine Mehrheit auf Dauer akzeptieren, dass sie für eine Minderheit arbeitet und selbst kaum genug zum leben hat. Vor allem wenn die Begründung ist, dass die Marktgesetze das fordern und diese Gesetze von Menschen geschrieben und weiterentwickelt wurden, welche zu eben jener Minderheit gehör(t)en oder von ihr finanziert wurden/werden.
“Wenn du damit sagen willst, dass Cradens Aussagen nicht stimmen, bloss weil er Geld von dieser oder jener Person erhält, dann machst du einen gewaltigen Fehlschluss. ”
Ich werde genau dann skeptisch, wenn Unternehmer Projekte zu Freiheit des Marktes und zur Reduktion von Kontrollen und Gesetzen fordern, wenn es sie betrifft. Koch Industries haben gegen einige Umweltgesetze verstoßen. Somit liegt ihr Interesse natürlich darin diese abzubauen. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass dieses (und andere) Unternehmen für mehr und fairen Wettbewerb (Verkleinerung von Unternehmen, Stärkung des Verbraucherrechts, Kennzeichnungspflichten für Giftstoffe, etc.) und gegen rechtliche Verschärfungen (Weg in den Polizeistaat) zum Schutz des Eigentums eintreten würden.
“Ja, alle, die Freiheit und Wettbewerb fordern, sind reich. Natürlich. Und alle, die Zwang und Staat fordern, sind arme Teufel, die ihr Geld nie dazu verwenden würden, ideologische Organisationen, Bewegungen und Lobbies zu finanzieren.”
Die Armen können keine Lobby finanzieren, weil sie kein Geld haben. Man muss sich nur die Ungleichheit der Waffen ansehen. Was haben deutsche Gewerkschaften für Mittel und was die Konzerne? Wenn die Armen die Mittel hätten würden sie natürlich das Spiel mitspielen und auch dann muss man die Resultate kritisch hinterfragen.
Die Lösung liegt in diesem Sinne beim Staat, als dass er sich dafür entscheiden könnte, die Leute einfach machen zu lassen, so lange sie sich nicht bestehlen und verprügeln.
Wichtiger ist jedoch noch, wie man ‘Freiheit’ definiert.
Bei staatlich herbei geführten Krisen, ja. Nicht aber, wenn Arme und Reiche reicher und reicher werden.
Ein Polizeistaat ist meist ein sehr schlechter Eigentumsschützer. Zudem gibt es eine dritte Möglichkeit: Den freien Markt, der nahezu alle Menschen wohlhabender macht, was dazu führt, dass die Armen die Reichen gar nicht bestehlen wollen.
Was in einer freien Marktwirtschaft jedoch nicht der Fall wäre.
Es ist gut skeptisch zu sein, nur sollte diese Skepsis nicht selektiv sein, sondern auch gegenüber von Politikern, Beamten, Akademikern, NPOs und Gewerkschaften gelten.
Viele Libertäre sind überzeugt, dass gerade der Staat dafür verantwortlich ist, dass es so viele grosse Unternehmen gibt. Auf einem freien Markt wären viele kleiner. Ebenso wäre es auf einem freien Markt leichter, gegen ‘Umweltsünder’ vorzugehen, da dort jeder eine Zivilklage einreichen könnte und nicht auf den Goodwill der Politiker angewiesen wäre (und die Politiker Unternehmen nicht von der Haftung für Umweltverschmutzungen befreien könnten.). Und ein Staat, der die Eigentumsrechte aller, also auch der Armen, stärker schützen würde, wäre kein Polizeistaat, da er eben nicht befugt wäre, Leute willkürlich zu verhaften oder zu durchsuchen.
Arme sind nicht völlig geldlos.
Das ist jene Fixierung aufs Monetäre, die bei Sozialisten so oft zu beobachten ist. Geld ist nicht das einzige, was wichtig ist und Geld ist nicht gleichzusetzen mit Macht.
Aber ich will auch gar nicht die Unternehmen verteidigen, denn ich bin nicht für Protektionismus und Subventionen, sondern eben für einen freien Markt, der bei vielen Unternehmen für kreative Zerstörung sorgen würde.
“Wichtiger ist jedoch noch, wie man ‘Freiheit’ definiert.”
Absolut. Wie soziale Gerechtigkeit ist es nur eine Floskel und eindeutige Definitionen gibt es nicht.
“Bei staatlich herbei geführten Krisen, ja. Nicht aber, wenn Arme und Reiche reicher und reicher werden.”
Das heißt es gibt keine Krisen, wenn es eine freie Marktwirtschaft gäbe? Warum sollte das der Fall sein? Selbst ohne staatliche Interventionen kann es zu Herdenverhalten und Fehlinvestitionen kommen. Diese können sich über Jahre hinziehen und in einer Marktbereinigung (Krise) münden. Selbst eine ideal freie Marktwirtschaft (welche niemals erreichbar wäre) ist ein hochgeradig nichtlineares, chaotisches System. Die Annahmen des Gleichgewichts ist nicht Realistisch.
“Den freien Markt, der nahezu alle Menschen wohlhabender macht, was dazu führt, dass die Armen die Reichen gar nicht bestehlen wollen.”
Und der Kommunismus führt dazu, dass alle Menschen ohne Armut leben und glücklich sind.
“Was in einer freien Marktwirtschaft jedoch nicht der Fall wäre.”
So wie im Kommunismus alle gleich sind.
Das sind Ideale die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben. Wer Kommunisten und Sozialisten unrealistische Spinner schimpft und solche Dinge schreibt ist nicht gerade Glaubwürdig.
Warum sind die Annahmen unrealtisch? Nur vier Punkte
1. Im idealen freiheitlichen Modell gibt es scheinbar keinen Einfluss von Wirtschaftskriminalität oder Kriminalität im Allgemeinen. Die Mafia hat sehr viel Einfluss und Macht und nutzt diese liebend gerne aus, um Märkte zu ihrem Vorteil zu beeinflussen. Das kann kein Staat komplett verhindern, vor allem wenn er möglichst klein sein soll.
2. Der Startpunkt innerhalb einer Gesellschaft und die daraus resultierenden Beziehungen haben massiven Einfluss auf das spätere Einkommen und den Erfolg. Ein Kind aus reichem Haus, welches auf eine Privatschule geht und eine Liste mit Telefonnummern von Spitzenmanagern bekommt, wird es deutlich einfacher haben ein hohes Einkommen zu erreichen als ein Arbeiterkind. Beide sind frei sich zu bilden.
3. Der Arbeitsmarkt ist niemals ein freier Markt. Nicht jeder Teilnehmer kann nicht frei wählen ob er arbeiten möchte oder nicht. Auch ist ein Arbeitnehmer nicht unendlich flexibel.
4. Der sozial-gesellschaftliche Aspekt wird vollkommen ausgeklammert. Menschen handeln nicht rational. Sie versuchen rational ihr Verhalten im Nachhinein zu begründen. Des Weiteren fügen sie sich innerhalb einer Gesellschaft ein und probieren Erwartungen zu erfüllen.
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/01/19/drw_201201192004_identity_economics_19_1_2012_e6d4f11e.mp3
Wenn man diesen Vortrag hört wird klar, warum das ideale Marktmodell nicht funktionieren kann.
Nein, ich wollte bloss andeuten, dass die derzeitige Krise, wie auch die meisten im letzten Jahrhundert, staatsgemacht sind und dass in jenen Zeiten im letzten Jahrhundert, in der Arme und Reiche reicher geworden sind, die Armen eben nicht revoltiert haben.
Ein freier Markt mag seine Krisen haben, aber ich glaube nicht, dass er zu so grossen Depressionen führen würde wie wir sie in den letzten hundert Jahren erlebt haben, sondern bloss zu kurzen Bereinigungen, die zwar schmerzhaft sind, aber sich eben nicht über etliche Jahre hinziehen.
Die Mafia ist vorwiegend ein Produkt des Prohibitionismus. D.h. ohne Schwarzmärkte kann sie nicht existieren. In einer freien Marktwirtschaft gäbe es aber nur praktisch weisse Märkte und die paar schwarzen, die es doch gäbe, wären nicht allzu lukrativ.
Ein Grund, wieso ich gegen Wettbewerbseinschränkungen und Protektionismus bin. Damit der Arme praktisch ohne Hürden ein Unternehmen gründen und die Reichen konkurrieren kann.
Ich sehe jetzt gerade nicht, was das mit freien Märkten zu tun hat. Vielleicht verstehen wir nicht dasselbe darunter.
Ich stimme dir zu, aber ich sehe wiederum nicht, was das mit freier Marktwirtschaft zu tun hat. Ich bin ja kein Neoklassiker.
Ich würde mir das lieber in Textform durchlesen. Gibt es irgendwo ein Transkript dazu?
“Ein freier Markt mag seine Krisen haben, aber ich glaube nicht, dass er zu so grossen Depressionen führen würde wie wir sie in den letzten hundert Jahren erlebt haben, sondern bloss zu kurzen Bereinigungen, die zwar schmerzhaft sind, aber sich eben nicht über etliche Jahre hinziehe”
Damit habe ich eben ein Problem. Man glaubt, dass es wahrscheinlich besser laufen würde. Ist es nicht der Fall gab es immer noch zu viele Regeln. Glauben als Basis halte ich für zu schwach.
“die paar schwarzen, die es doch gäbe, wären nicht allzu lukrativ.”
Nur ein paar Stichworte, diesbezüglich:
Insiderhandel, Diebstahl von Technologie, etc. wird es immer noch geben.
“Ich sehe jetzt gerade nicht, was das mit freien Märkten zu tun hat. Vielleicht verstehen wir nicht dasselbe darunter.”
Die Grundannahmen eines freien Marktes können nicht erfüllt werden. Wenn ein Unternehmen nicht verkaufen kann geht es pleite. Kann ich meine Arbeit nicht verkaufen müsste ich nach dieser Definition sterben. Das wird nicht passieren und somit ist die Forderung, dass
“keine staatliche Kontrolle oder Marktregulierung besteht”
nach George Nikolaus Halm nicht erfüllt.
“Ich würde mir das lieber in Textform durchlesen. Gibt es irgendwo ein Transkript dazu?”
Es gibt ein Buch dazu. Einfach nach dem Namen und Identity Economy suchen.
Insiderhandel ist ein Managementproblem. Technologiediebstahl betrifft Copyright und Patente, darauf möchte ich jetzt nicht eingehen.
Ich verstehe nicht, wie das eine aus dem andern folgen soll.
Wiederum: Ich habe keine Ahnung, wieso das eine aus dem andern folgen sollte.
Ich stimme der Erklärung bei Wikipedia auch zu, obwohl das immer noch sehr simplistisch ist:
Wird denn im Buch erklärt, wie das zum Scheitern der freien Marktwirtschaft und zur Notwendigkeit der Sozialdemokratie führt?
“Ich verstehe nicht, wie das eine aus dem andern folgen soll.”
Das heißt, dass die Gesellschaft mich überlicherweise nicht sterben lassen wird und somit die Lohnuntergrenze nicht marktgeregelt sein kann.
“Wird denn im Buch erklärt, wie das zum Scheitern der freien Marktwirtschaft und zur Notwendigkeit der Sozialdemokratie führt?”
Es kann nichts scheitern was niemals existiert hat. Es zeigt sich nur, dass die Motivation eines Menschen etwas zu tun von deutlich mehr abhängt als von seinem ökonomischen Vorteil.
Lohn ist aber nicht dasselbe wie Einkommen.
Auch ich bin der Meinung, dass Menschen nicht nur durch Geld motiviert werden.