Welt am Sonntag: Sie plädieren seit geraumer Zeit für die Selbstabschaffung der Politik, weil sie in den Bürgern defizitäre Mängelwesen sieht, die zu erziehen sind. Sind Sie ein Utopist? Oder eher ein Anarchist?
Sprenger: Jeder Mensch, der sich und seine Aufgabe ernst nimmt, ist ein Anarchist. Anarchie, das wird oft vergessen, wurde von Immanuel Kant definiert als das freiwillige und regelgeleitete Zusammenleben der Menschen. Freiwillig und regelgeleitet – in diesem Sinne bin ich also Anarchist. Und wer heute kein Utopist ist, ist krank.
Welt am Sonntag: Beschreiben Sie Ihre Utopie.
Sprenger: Auch wenn es paradox klingt: Je globaler unsere Welt, desto weniger funktioniert Großraumpolitik. Die EU war in dieser Hinsicht – nicht in allen! – ein Schritt in die grotesk falsche Richtung: kulturell naiv, historisch blind und anthropologisch ignorant. Die Ideen vom “guten Leben” realisieren sich im Kleinen, im Lokalen. Die Bürger vor Ort wissen selbst am besten, was gefördert und was verhindert werden soll. Meine Sympathie gehört daher den kleinen, weitgehend autonomen Einheiten. Vor allem aber brauchen wir mehr Wettbewerb auf Länderebene. Denn Wettbewerb ist nicht nur das beste Verfahren, um herauszufinden, was Menschen wollen – er ist das einzige Verfahren. Bis hin zur Möglichkeit des “Opting out”.1
Einleitung
Freiheit. Eigentum. Frieden.
Auf ars libertatis kommentiert ein Voluntarist das Zeitgeschehen: Konsequent freiheitliche Betrachtungen zu Philosophie, Politik und Wirtschaft.
(Mit etwaigen Ausschweifungen in kulturelle und gesellschaftliche Themen. Wie beispielsweise Transhumanismus und Skeptizismus.)Suche
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Ich habe kürzlich das Buch “Der dressierte Bürger” von Sprenger gelesen. Schreibt wirklich eine Menge gute Sachen.