Kinder und Jugendliche sollen vor Gewaltdarstellungen in den Medien besser geschützt werden. Die Rechtskommission des Ständerats will deshalb sogenannte Killerspiele verbieten.
Die Kommission hat zwei entsprechenden Motionen zugestimmt, die der Nationalrat in der vergangenen Sommersession verabschiedet hatte.
Die Motion für ein Verbot des Verkaufs von Killerspielen an Kinder und Jugendliche wurde einstimmig gutgeheissen. Und mit drei Gegenstimmen jene Motion, die ein generelles Verbot verlangt.
Die genaue Ausgestaltung der Regelung müsse noch geprüft werden, teilten die Parlamentsdienste mit.1
Ein paar Punkte dazu:
1. Meinungs-, Kunst- und Kulturfreiheit gebietet es, “Killerspiele” genauso wenig zu verbieten wie Kriminalromane oder Horrorfilme.
2. Ein “Killerspiele”-Verbot wäre ganz eindeutig Zensur und Bevormundung der Bürger.
3. Dass mediale / virtuelle Gewalt für die Konsumenten schädlich sei, resp. zu mehr Gewalt führe (z.B. School Shootings oder andere Amokläufe), ist nicht wissenschaftlich belegt oder bewiesen, sondern eine Behauptung, die von Politikern aufgestellt wurde, von denen wohl die meisten nie einen Ego-Shooter oder irgendein anderes Videospiel gespielt haben.
4. Ein Verbot von “Killerspielen” führt nicht zu deren Verschwinden, sondern zu einem Schwarzmarkt. Verbotene Videogames würden dann immer noch ver- und gekauft. Under the counter z.B. oder bei einer Ferienreise ins Ausland oder übers Netz beschafft. Dazu sind schon derart viele “Killerspiele” im Umlauf und in Wohnzimmern, dass es ein Land voller Spitzel bräuchte, um diese loszuwerden.
5. Wenn das Spielen von “Killergames” eine Ersatzhandlung zu realer Gewalt darstellt, dann hätte das Verschwinden derartiger Spiele blutige Konsequenzen.
6. Gehörten dann Antikriegsfilme nicht auch verboten?
7. Eine Tageszeitung, will sie denn mehr als nur zwei Sätze über Kriege und andere Verbrechen drucken, kann schwerlich auf Gewaltdarstellungen verzichten. Ob in Wort oder Bild. Dazu zeigt jeder Fernsehsender in den Nachrichten gerne Videos aus Kriegsregionen und anderen Kampfzonen.
8. Zensur stellt selber eine Gewaltmanifestation dar.
- sf – Killerspiele sollen verschwinden / via Christian Hoffmann – Die Illusion der Verbote [↩]

Die Bezeichnung Killerspiele verrät schon welch Geisteskind die selbsternannten Jugendschützer sind.
Von “Das sind Spiele, die aus Kinder Mörder rekrutieren” bis zu “Da geht’s nur um Töten,” reichen dabei die Interpretationsmöglichkeiten.
Diese Diskussion hatten wir schon im großen Kanton mit ähnlichem Gebahren. Klassisch Puritanier, für deren eigene Befindlichkeit kein Scheinargument zu dumm erscheint. Egal ob ein Amoklauf oder der vermeintliche Schutz von Minderjährigen, kein Scheinargument wurde ausgelassen.
Scheinbar wird der Motion stattgegeben werden, denn es ist so einfach, aus purer Befindlichkeit
heraus über Dinge abzustimmmen, die einen nicht betreffen.
Pingback: (projekt)sinnfrei » Blog Archive » Absolutes “Killerspiel”-Verbot? Geht’s noch???
Oder: “Spiele, die töten”.
Zu Punkt 3 kann ich nur sagen: Falsch. Mich nervt es, dass gesagt wird, es ist wissenschaftlich nicht bewiesen, dass Killerspiele schädlich sind. Es ist mir klar, dass Killerspiele nur ein Faktor unter vielen sind. Sie sind aber ein Faktor, der sich relativ leicht regulieren lässt. Ins Visier werden ja auch nur besonders brutale Spiele genommen.
Es gibt durchaus wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass mediale Gewalt gegenüber realer gewalt abstumpft. So werden Soldaten des US-Militärs an Computerspielen trainiert, um nicht zu sagen konditioniert, damit sie vor dem Schiessen nicht mehr nachdenken.
Bevor man behauptet, es gäbe keine Warnungen und Ergebnisse aus der Wissenschaft, sollte man den Anti-Samariter Effekt lesen. http://www.gehirn-und-geist.de/artikel/994102
Hier werden zwar nur Kurzzeitwirkungen bewiesen und keine Langzeitwirkungen, in der Regel ist es aber so, dass was auf kurze Zeit wirkt auch auf lange Zeit wirkt.
Zudem empfehle ich die Lektüre von “Vorsicht Bildschirm” von Manfred Spitzer (Prof. Dr. Dr.) und “Wo sind sie, die Inseln der Vernunft im Cyberstorm?” von bzw. über den Computerwissenschaftler Joseph Weizenbaum.
Wer nun sagt, es gibt mindestens so viele Gegenbeweise aus der Wissenschaft, soll doch so gut sein und die Quellen nennen.
Zur Kunst- Kultur- und Meinungsfreiheit nur so viel: Wenn ich es als Kunstaktion, Ausdruck meiner Kultur oder meiner Meinung erachte, einem, der mir nicht passt, aufs Maul zu hauen, so werde ich vom Rechtssystem auch eingeschränkt.
@This: Bloss weil gewisse Kurzzeitwirkungen bewiesen worden, sind, kannst du nicht daraus schliessen, dass es schädliche Langzeitwirkungen gibt.
Der Artikel, den du verlinkst, zeigt auch nur (anhand von 2 Experimenten), dass sich die Reaktionsdauer verlängern kann. Nicht, dass die Leute weniger hilfsbereit wären.
Du hast also nicht gezeigt, dass wissenschaftlich bewiesen ist, dass Videogames schädlich seien. Aber das kannst du gerne nachholen.
Du verstehst den Unterschied schon zwischen sprechen (malen, Videogames spielen, Musik hören) und prügeln?
Die Stärke von Experimenten ist ihre Wiederholbarkeit. Langzeitwirkungen sind nicht einfach aufzuzeigen. Wie es der Name schon sagt, braucht es dazu Längsschnittstudien, also Studien über eine lange Zeit hinweg.
Ich denke die US-Armee würde sich das Geld sparen, wenn sich mit Ballergames die Soldaten nicht konditionieren lassen. Im 1. Weltkrieg haben 80 der Soldaten extra daneben gezielt. Warum? Weil sie nachgedacht haben und eben nicht abgestumpft waren. Hier habe ich noch einen Filmtip für dich. http://videoportal.sf.tv/video?id=c734ddfa-0153-4793-80fd-20ad4b875295&referrer=http%3A%2F%2Fwww.sf.tv%2Fsendungen%2Fdok%2Findex.php%3Fdocid%3D20100315-2250-SF1
Real erlebte Brutalität ist noch eine Stufe krasser als medial vermittelt, aber medial vermittelte Gewalt geht auch in die Richtung.
Ja, den Unterschied zwischen prügeln und prügeln spielen kenne ich. Alles, was ich damit sagen will ist: es gibt Dinge, die zu Recht verboten werden. Spiele, deren Ziel darin besteht, Leute umzumähen, haben für mich wenig mit Kunst zu schaffen. Sowas finde ich eher asozial – auch wenn es nur ein Spiel ist.
Wir brauchen uns auch nicht zu fragen, weshalb die Gewalt unter Jugendlichen immer brutaler wird. Kein Wunder bei dem medialen Futter, das sie bekommen. Du bist was du isst.
Die Armee irrt sich häufig, es ist gut möglich, dass sie sich auch hier irrt. (Vielleicht aber auch nicht.)
Willst du jetzt sagen, dass ‘real erlebte Brutalität’ aggressiv und unsensibel macht?
Ästhethik ist subjektiv. Es gibt keine objektive Kriterien, was gute Kunst ist und was nicht.
Und du willst ja nicht deine subjektive Schönheitsideale anderen Leuten aufzwingen, oder?
Also bist du auch gegen die Gewalt in den Nachrichten und in Kriminalromanen? Oder willst du nur bestimmte Videospiele verbieten, nicht aber bestimmte Filme, Bücher, Nachrichten, Fotos in Zeitungen?
In der medienwissenschaftlichen Lehre ist bekannt, dass wir anhand der Medien unseren Alltag strukturieren und sich damit Nutzungsmuster bilden, die über eine längere Zeit hinweg wirksam sind.
Aus der Psychologie wissen wir, dass Traumata langzeitige Folgen auf ein einmaliges oder mehrmaliges einschneidendes Erlebnis sind. Ich muss dir insofern recht geben, als auch vermeintlich weniger gewalthaltige Medienerlebnisse zu Traumata führen können. Der Disney-Film Bamby ist ein Beispiel. Da wurden die Kinder mit einem Rehkitz konfrontiert, dass seine Mutter verlor. Eine gedankliche Situation, die viele Kinder überfordert, da sie noch nicht so sehr zwischen Medienwirklichkeit und Realität unterscheiden können.
Nun fällt auch nicht jeder, der ein Ballergame spielt gleich unweigerlich in ein Trauma und es gibt auch sinnvolle Altersbegrenzungen. Aufgrund meiner Vorkenntnisse, dem was ich so las und meinen Erfahrungen, bin ich mir aber ziemlich sicher, dass sich regelmässiges Spielen von Ballergames auf die Psyche eines Menschen auswirkt, in dem Sinne, dass er abstumpft und seine Hemmschwelle, selbst Gewalt anzuwenden sinkt. Diese langfristigen Wirkungen hat die Wissenschaft noch nicht bewiesen.
Ja, ich will sagen, dass real erlebte Gewalt in nicht wenigen Fällen eine Wirkung auf die Menschen hat, die sie erlebt haben. Im Sinne von Abstumpfen – als eigener psychologischer Schutzmechanismus. Das siehst du gut in der Dokumentation über die Irak-Veteranen.
Brutale Bilder werden in Nachrichtensendungen in der Regel nicht gezeigt – aus medienethischen Gründen (Persönlichkeitsschutz) und aus eben diesen Gründen, dass die Zuschauer abstumpfen könnten. Oder kannst du mir Nachrichtenmagazine nennen, bei denen man sieht, wie ein Mensch stirbt? Splatterfilme gehören meiner Ansicht nach auch verboten. Zu dem Thema gibt es einen guten Film: http://de.wikipedia.org/wiki/Tesis_%E2%80%93_Der_Snuff-Film
In 99% der Kriminalromane geht es nicht permanent darum die Brutaltiät zu beschreiben. Das Verbrechen selbst, nimmt in der Regel einen kleinen Teil des Krimis ein. Die Ermittlungen und die Charaktere stehen im Mittelpunkt. Ausserdem nimmt der Leser nicht die Rolle des Täters ein, wie das in Ballerspielen der Fall ist.
Ästhetik ist subjektiv, das stimmt. Aber trotz Meinungsfreiheit und Kulturfreiheit ist es beispielsweise verboten, den Nationalsozialismus zu verherrlichen und dessen Symbole zu verwenden. Auch die Antirassismus-Norm setzt der Meinungsfreiheit gewisse Grenzen. Und das ist gut so. Und noch eine Frage: Was bitte ist schön daran, in einem Videospiel andere Leute abzumetzeln. Falls du daran wirklich etwas Schönes findest, dann JA VERDAMMT, dann will ich meine subjektiven Schönheitsideale – die in etwa auf dem Niveau der Mehrheit in unserer Gesellschaft entsprechen – einer Minderheit aufdrängen – nur schon den Kindern zu Liebe, die in dieser Gesellschaft aufwachsen.
Ich habe bei den Auswirkungen von real erlebter Gewalt noch vergessen zu sagen, dass Opfer von Gewaltverbrechen nicht zuletzt deshalb psychologische Betreuung erhalten und auch Täter sich mit ihren Taten auseinander setzen müssen, wie das in einigen Massnahmezentren für Täter von Gewaltverbrechen der Fall ist.
Und du bist bereit, aufgrund deiner persönlichen (wissenschaftlich nicht belegten) Vorstellungen, Verbote auszusprechen?
Aber könnte man nicht auch argumentieren, dass wer selber schon Gewalt erlebt hat (also z.B. verprügelt wurde), dadurch sieht, wie schrecklich Gewalt ist und deshalb davon abgeschreckt wird, selber Gewalt zu benützen?
Ich kann dir gerade keine konkreten Beispiele nennen, aber Bilder und Filme von Kriegen werden immer wieder gezeigt.
Und wie unterscheidest du ein Splatter von einem Horrorfilm von einem Thriller von einem Kriegsfilm von einem Antikriegsfilm? Gerade in letzteren ist äusserst viel Gewalt zu sehen. Willst du diese auch verbieten?
Du sagst: “Zensur ist gut.”
Ich frage: “Warum?”
In vielen Videospielen werden nicht ‘Menschen’ ‘abgemetzelt’, sondern Monster. Ist das auch schlimm? Darf ich einen virtuellen Godzilla nicht ‘töten’?
Wie ist es mit Strategie- und Rollenspielen? Willst du diese auch verbieten?
Anyway, ich kenne keinen, der einen Egoshooter spielt, weil er darin virtuell ‘Menschen’ ‘töten’ kann. Einen Egoshooter, in dem es bloss um das geht, fänden die meisten wohl auch sehr langweilig.
Dir ist aber schon bewusst, dass ein Verbot nur mit Gewalt durchgesetzt werden kann? (Wenn überhaupt…)
In vielen Videospielen werden nicht ‘Menschen’ ‘abgemetzelt’, sondern Monster. Ist das auch schlimm? Darf ich einen virtuellen Godzilla nicht ‘töten’? Also, da scheinst du nicht aufgepasst zu haben, worum es bei dem Verbot geht. Verboten werden sollen ja nur Ballerspiele, die eine zu definierende Grenze überschreiten. Spiele, die auf eine besonders brutale Gewaltdarstellung verzichten, wären vom Verbot nicht betroffen.
Du sagst: “Zensur ist gut.”
Ich frage: “Warum?”
FALSCH: Ich sage, in gewissen Fällen ist Zensur gut. Es gibt Dinge, die sollte man so gut es geht unterbinden – auch in einer Demokratie. Besonders brutale Gewaltdarstellungen zähle ich zu diesen Dingen, rassistische Äusserungen auch.
Und du bist bereit, aufgrund deiner persönlichen (wissenschaftlich nicht belegten) Vorstellungen, Verbote auszusprechen? Wäre ich das nicht, dürfte ich von meinen Stimmrechten keinen Gebrauch machen. Ob du es mir glaubst oder nicht, ich kenne mich mit der Thematik gut aus. Ich weiss also, weshalb ich diese Einstellung zu besonders brutalen Killerspielen habe.
Aber könnte man nicht auch argumentieren, dass wer selber schon Gewalt erlebt hat (also z.B. verprügelt wurde), dadurch sieht, wie schrecklich Gewalt ist und deshalb davon abgeschreckt wird, selber Gewalt zu benützen? Klar kann man so argumentieren. Nur darf man dabei die vielen Beispiele nicht ausser Acht lassen, die gegen diese Argumentation sprechen. So ist es leider eine Tatsache, dass Menschen, die prügeln, oft als Kind von ihrem Vater geschlagen wurden.
Dir ist aber schon bewusst, dass ein Verbot nur mit Gewalt durchgesetzt werden kann? (Wenn überhaupt…) Ja, und die Gewalt nennt sich Staatsgewalt oder Vollzug. Sie ist eines der Mittel, mit welchen sich ein Staat einen rechtlichen Rahmen setzt. Wenn neue Entwicklungen auftauchen und man den Gürtel enger schnallt, weil die Mehrheit in einer Demokratie der Ansicht ist, dass dies gescheit ist, so sollte man die Grösse haben und sich damit abfinden.
Der wichtigste Unterschied zwischen einem Antikriegsfilm und einem Kriegsfilm ist, dass in einem Antikriegsfilm niemand glorifiziert wird und die Gewalt nicht als legitim sondern als sinnlos dargestellt wird. Nenn mir bitte einen, der ein Ballerspiel kauft, um sich damit vor Augen zu setzen, dass Gewalt etwas Verachtenswertes ist. Ich weiss aber worauf du hinaus willst: die Trennschärfe. Nun, die lässt sich durchaus ausarbeiten. Natürlich gibt es immer Grauzonen.
Wieso du brutale Gewaltdarstellungen verbieten willst, hast du gesagt. Wieso aber rassistische Äusserungen?
Stimmt, ja.
Nein, tut mir leid, ich will und werde mich mit demokratisch ‘legitimierter’ Gewalt nicht abfinden. Ich bin gegen jegliche Initiierung von Gewalt. (Unabhängig durch wen und warum diese geschieht.)
Dünkt es dich nicht ein wenig absurd, wenn du mit echter Gewalt virtuelle ‘Gewalt’ bekämpfen willst?
Du hast vorhin gesagt, du möchtest “besonders brutale Gewaltdarstellung” verbieten. Dies würde aber für alle Filme gelten, unabhängig davon, ob Gewalt glorifiziert oder als sinnlos dargestellt wird.
Gewalt kann aber auch glorifziert werden, ohne dass auch nur ein Tropfen Blut gezeigt wird. Wie ist es damit? Soll jede Äusserung, in der Gewalt glorifiziert wird, verboten werden?
Kannst du konkret Videospiele nennen, die du verbieten möchtest? Filme? (Splatter-)Bücher?
Gewalt kann aber auch glorifziert werden, ohne dass auch nur ein Tropfen Blut gezeigt wird. Wie ist es damit? Soll jede Äusserung, in der Gewalt glorifiziert wird, verboten werden? Sage ich ja, Grauzonen. Man kann eben mit einem Verbot nicht alle Eventualitäten abdecken. Dort wo es offensichtilich ist, soll man durchgreifen.
Nein, tut mir leid, ich will und werde mich mit demokratisch ‘legitimierter’ Gewalt nicht abfinden. Das ist dann wohl dein Problem. Wir leben in einer Demokratie. Ausserdem ist Staatsgewalt eine fakultative Form von Gewalt. Wer sich an die Spielregeln hält, der bekommt die Staatsgewalt nicht zu spüren. Man darf auch nicht vergessen, dass dank der Staatsgewalt viele Menschen und ihre Rechte geschützt werden.
Bist du gegen jegliche Verbote? Staatsgewalt ist wie gesagt eine fakultative Form von Gewalt, die in den allermeisten Fällen nur angewandt wird, wenn jemand sich als beratungsresistent und unbelehrbar zeigt.
Das wüsste ich aber. Wo habe ich das so absolut gesagt? Ich bin für ein Verbot von besonders brutalen Videospielen und für ein Verbot von Splatter-Filmen. Ausserdem finde ich es gut, dass die meisten Nachrichtformate bei den Bildern, die sie zeigen, eine gewisse Selbstzensur walten lassen.
Ende der Diskussion von meiner Seite.
Nicht der Räuber ist schuld, sondern der Ausgeraubte, der sich nicht einfach damit abfindet, immer wieder ausgeraubt zu werden?
Das scheint mir eine sehr gefährliche Argumentation zu sein. Denn damit lässt sich auch sagen: “Wer in China die Regierung nicht kritisiert, der bekommt die Staatsgewalt auch nicht zu spüren.”
Dies ist aber keine Rechtfertigung dafür, dass der Staat die Rechte der Menschen auch verletzt.
Nein, ich bin absolut dafür, dass die Initiierung von Gewalt verboten wird.
Die interessanteste Frage hast du aber nicht beantwortet. Ich wiederhole sie noch einmal:
Kannst du konkret Videospiele nennen, die du verbieten möchtest? Filme? (Splatter-)Bücher?
Ja, das ist so. Wer in China die Regierung nicht kritisiert, bekommt in der Folge meist die Staatsgewalt nicht zu spüren. In China und in Russland gelten allerdings etwas andere Spielregeln als in der Schweiz. Aber das ist ja nur ein Detail.
Wieso ist die Frage interessant? Man muss ja nicht selbst einen Menschen getötet haben, um zu zur Ansicht zu gelangen, dass Mord keine schöne Sache ist. Ich kann die Frage nicht beantworten, weil keine Splatter-Filme schaue und auch keine Ballergames spiele. Es reicht mir zu wissen, dass es derlei Spiele und Filme gibt und das, was ich oben gesagt habe.
Käme es zu einem Verbot würde sich ein Fachgremium damit befassen, welche Kriterien gelten sollen. Und jene, die sonst in der Dunkelkammer Stunden ihrer wertvollen Lebenszeit mit irgendwelchen blutrünstigen Videogames verzocken, kommen vielleicht auch mal an die frische Luft – auch wenn es nur dazu dient, Unterschriften gegen das Verbot zu sammeln. Das sehe ich pragmatisch.
Es besteht ein grosser Unterschied zwischen ‘Gewalttaten verbieten’ und ‘friedliche Aktivitäten verbieten’.
Die Frage ist deshalb interessant, weil ich ganz einfach wissen möchte, welche Spiele verboten würden und welche nicht.
Andererseits ist sie auch interessant, weil ich noch von keinem ‘Gamer’ oder ‘Horrorfilmgucker’ gehört habe, der bestimmte Spiele oder Filme verbieten möchte. Hingegen ist mir noch kein Befürworter von Videospielzensur begegnet, der je einen Egoshooter gespielt hätte.
Ah, ohne je einen Egoshooter gespielt zu haben, kannst du beurteilen, was so ein Egoshooter bei den Spielern bewirkt, dies als schädlich einschätzen und Zensur als Lösung des Problems befürworten?
Glaubst du ernsthaft, dieses Gremium bestünde aus Leuten, die Splatter-Movies ansehen und Ego-Shooter spielen?
Ich masse es mir nicht an, anderen Leuten vorzuschreiben, welchen Hobbies sie nachgehen dürfen und wie sie ihre Lebenszeit gestalten sollen.
(Ausser ihr Hobby bestünde darin, anderen Leuten gegen deren Willen Gewalt anzutun.)
Ah, ohne je einen Egoshooter gespielt zu haben, kannst du beurteilen, was so ein Egoshooter bei den Spielern bewirkt, dies als schädlich einschätzen und Zensur als Lösung des Problems befürworten? Ja. Das nennt sich Abstraktionsvermögen gepaart mit angeeignetem Wissen aus Büchern und Fachartikeln.
Glaubst du ernsthaft, dieses Gremium bestünde aus Leuten, die Splatter-Movies ansehen und Ego-Shooter spielen? Nein, nicht nur, auch Spieledesigner, Psychologen, Psychiater, Medienpädagogen, Juristen …
Habe ich gesagt, sie müssen an die frische Luft und dürfen nicht Videospiele spielen? Ich habe nur festgehalten, dass es ihnen nicht schaden würde, wenn sie mal an die frische Luft kommen. Und da wirst du mir wohl recht geben. Aus gesellschaflicher bzw. volkswirtschaftlicher Perspektive wäre das sicher wünschenswert. Ich meine, wenn man bedenkt, was die in der Zeit alles für konstruktive Dinge tun könnten.
Es gibt tausend Faktoren, die einen Menschen aggressiver machen können oder dazu führen, dass jemand gewalttätig wird. (Dies sind dazu noch zwei unterschiedliche Dinge. Man kann aggressiv sein oder Gewalt gegenüber abgestumpft sein, ohne gewalttätig zu werden.)
Wieso dann einen Faktor, von dem nicht einmal bewiesen ist, dass er tatsächlich gewaltfördernd ist, herauspicken?
Warum überhaupt Handlungen verbieten, die vollkommen friedlich sind?