ars libertatis

25. Dezember 1624 - 9. Juli 1677

Rein wie das feinste Gold, steif wie ein Felsenstein,
Ganz lauter wie Kristall soll dein Gemüte sein.

Cherubinischer Wandersmann, Erstes Buch, 1. Was fein ist, das besteht

Wo Gott ein Feuer ist, so ist mein Herz der Herd,
Auf welchem er das Holz der Eitelkeit verzehrt.

Cherubinischer Wandersmann, Erstes Buch, 66. Mein Herz ist Gottes Herd

Daß dir im Sonnesehn vergehet das Gesicht,
Sind deine Augen schuld und nicht das große Licht.

Cherubinischer Wandersmann, Erstes Buch, 178. Die Schuld ist deine

Ihr Menschen lernet doch von Wiesenblümelein,
Wie ihr könnt Gott gefalln und gleichwohl schöne sein.

Cherubinischer Wandersmann, Erstes Buch, 288. Die gelassene Schönheit

Die Ros ist ohn warum; sie blühet, weil sie blühet,
Sie acht nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.

Cherubinischer Wandersmann, Erstes Buch, 289. Ohne warum

Mensch, so du willst das Sein der Ewigkeit aussprechen,
So mußt du dich zuvor des Redens ganz entbrechen.

Cherubinischer Wandersmann, Zweites Buch, 68. Mit Schweigen wirds gesprochen

Schau, diese Welt vergeht. Was? sie vergeht auch nicht,
Es ist nur Finsternis, was Gott an ihr zerbricht.

Cherubinischer Wandersmann, Zweites Buch, 109. Die Welt vergeht nicht

Die Schönheit lieb ich sehr; doch nenn ich sie kaum schön,
Im Fall ich sie nicht stets seh untern Dornen stehn.

Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, 89. Die Schönheit

Du suchst mit solchem Fleiß das ewige Bewegen
Und ich die ewge Ruh. Woran ist mehr gelegen?

Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, 170. Vom ewigen Bewegen

Der Name Jesus ist ein ausgegossnes Öle,
Er speiset und erleucht und stillt das Weh der Seele.

Cherubinischer Wandersmann, Viertes Buch, 8. Der Name Jesus

Wie schöne glänzt der Schnee, wenn ihn der Sonnen Strahlen
Mit himmelischem Licht bestreichen und bemalen.
So glänzt auch deine Seel, so sie ist weiß wie Schnee,
Wenn sie beschienen wird vom Anfang aus der Höh.

Cherubinischer Wandersmann, Viertes Buch, 16. Der Schnee in der Sonne

Die ewge Lustbarkeit sehnt sich in mir zu sein.
Warum? ich bin (o hört!) ihr Blum- und Würzgärtlein.

Cherubinischer Wandersmann, Viertes Buch, 225. Der Lustgarten Gottes

Das Licht der Herrlichkeit laß ich die Sonne sein,
Die Gnade gleicht den Strahln, Natur dem Widerschein.

Cherubinischer Wandersmann, Fünftes Buch, 335. Unterscheid der drei Lichter

Die Sinnen sind im Geist all ein Sinn und Gebrauch;
Wer Gott beschaut, der schmeckt, fühlt, riecht und hört ihn auch.

Cherubinischer Wandersmann, Fünftes Buch, 351. Im Innern sind alle Sinnen ein Sinn

Gott ist ein starker Strom, der hinnimmt Geist und Sinn;
Ach, daß ich noch nicht gar von ihm verschwemmet bin.

Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, 239. Seufzer zu Gott