ars libertatis

(Diese Verfassungsänderung wurde mit 61.9% Ja-Stimmen angenommen.)

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 119 Abs. 2 Bst. c

2 Der Bund erlässt Vorschriften über den Umgang mit menschlichem Keim- und Erbgut. Er sorgt dabei für den Schutz der Menschenwürde, der Persönlichkeit und der Familie und beachtet insbesondere folgende Grundsätze:

c. Die Verfahren der medizinisch unterstützten Fortpflanzung dürfen nur angewendet werden, wenn die Unfruchtbarkeit oder die Gefahr der Übertragung einer schweren Krankheit nicht anders behoben werden kann, nicht aber um beim Kind bestimmte Eigenschaften herbeizuführen oder um Forschung zu betreiben; die Befruchtung menschlicher Eizellen ausserhalb des Körpers der Frau ist nur unter den vom Gesetz festgelegten Bedingungen erlaubt; es dürfen nur so viele menschliche Eizellen ausserhalb des Körpers der Frau zu Embryonen entwickelt werden, als für die medizinisch unterstützte Fortpflanzung notwendig sind.

Diese Bestimmung lautet heute folgendermassen:

c. Die Verfahren der medizinisch unterstützten Fortpflanzung dürfen nur angewendet werden, wenn die Unfruchtbarkeit oder die Gefahr der Übertragung einer schweren Krankheit nicht anders behoben werden kann, nicht aber um beim Kind bestimmte Eigenschaften herbeizuführen oder um Forschung zu betreiben; die Befruchtung menschlicher Eizellen ausserhalb des Körpers der Frau ist nur unter den vom Gesetz festgelegten Bedingungen erlaubt; es dürfen nur so viele menschliche Eizellen ausserhalb des Körpers der Frau zu Embryonen entwickelt werden, als ihr sofort eingepflanzt werden können.

Geändert werden soll somit der letzte Teilsatz der Bestimmung. Dies scheint zwar eine ziemlich kleine Änderung zu sein, ist aber stark umstritten, da sie zwei kontroverse Themenbereich anschneidet: Einerseits den ethischen Status von Embryonen, andererseits die rote Gentechnologie. Zu ersterem werde ich mich hier nicht äussern, zu letzterem habe ich mich bereits an anderer Stelle geäussert. Somit bleibt nur noch zu erwähnen, dass man die Änderung annehmen sollte, wenn man rote Gentechnik befürwortet und Embryonen keinen Personenstatus oder ein Lebensrecht zuschreibt, oder wenn man der Meinung ist, dass die Bürger und Bürgerinnen selber und individuell darüber entscheiden sollten und nicht der Staat.