ars libertatis

Negative Rechte und Freiheiten sind klar umgrenzt, da sie von andern Personen nur verlangen, gewisse Handlungen zu unterlassen, was bei wohldefinierten Freiheiten eine geringe Anzahl verbotener Handlungen bedeutet.

Positive Rechte und Freiheiten hingegen verlangen von anderen Personen, gewisse Güter für den Rechtebesitzer bereitzustellen, was jedoch eine nähere Spezifikation bedingt, wie viel des genannten Gutes zu produzieren nötig ist, um das Recht zu erfüllen.

Bildungsfreiheit im negativen Sinne bedingt lediglich, dass niemand andere mit Gewalt daran hindert, Bildung anzustreben, eine Schule zu besuchen, eine Schule zu gründen, Bücher zu lesen und zu schreiben, einen Lehrer zu suchen oder Lehrer zu werden, Informationen mit anderen auszutauschen, etc.

Das Recht auf Bildung im positiven Sinne fordert hingegen von Drittpersonen, diese Bildung für den Rechteinhaber anzubieten und das, falls nötig, ohne von diesem eine Bezahlung zu verlangen. Oft wird versucht dies zu erreichen, indem der Staat eine grosse Anzahl von Menschen besteuert und mit den daraus erzielten Einnahmen Schulen baut und betreibt. Doch damit ist nicht klar, ob das Recht auf Bildung erfüllt wird, da es für sich genommen nichts über die Menge an Bildung aussagt, die bereitgestellt werden muss, damit das Recht nicht verletzt wird.

Positive Rechte können so formuliert werden, dass sie detaillierte Erfüllungskriterien enthalten, aber dadurch verlieren sie ihren Grundlagencharakter, wohingegen negative Rechte auch abstrakt und fundamental formuliert klar umreissen, welche Handlungen gegen sie verstossen.