ars libertatis

Wird Freiheit als Freiheit der Freiheiten, als Metafreiheit, als Freiheit, sich eigenständig mit den Freiheiten auseinanderzusetzen und ein eigenes Freiheitsbündel zusammenzustellen, verstanden, so widerspricht auch ein zentralistischer Liberalismus, eine etatistisch durchgesetzte grenzenlose Freiheit, der Freiheit. Fraktale Exitrechte sind somit freiheitsförderlicher als grossflächiger Einheitsliberalismus ohne Möglichkeit zur Regelabweichung. Solange die Exitmöglichkeit besteht, ist es nicht unfreiheitlich, sich freiwillig für die Unfreiheit zu entscheiden, doch wo sie nicht besteht, kann selbst das Leben in Freiheit zum Zwang werden.

Freiheit bedeutet, dass man die Freiheiten frei benutzen und frei auf sie verzichten kann: Eigentumsfreiheit impliziert, dass man frei ist, kein Eigentum zu besitzen oder all sein Eigentum an eine kommunistische Kommune abzutreten; Kleidungsfreiheit impliziert, dass man sich dazu verpflichten kann, einen strengen Dress-Code zu befolgen; Redefreiheit impliziert, dass man ein Schweigegelübde ablegen kann, etc. etc.

Ohne Panarchie, aber mit landesweiten, kontinentweiten, weltweiten Einheitsfreiheiten ist die Freiheitsfindung eingeschränkt. Diese Freiheitsfindung ist wichtig, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Freiheiten zur heutigen Zeit richtig benannt, vollständig enumeriert und gänzlich korrekt interpretiert sind. Können verschiedene Freiheitsvorstellungen kleinräumig ausgelebt werden, so ist das einerseits unmittelbar ein Freiheitsgewinn für die betroffenen Leute, andererseits liefert dies bessere, da praxisnähere Erkenntnisse über die Güte unterschiedlicher Freiheitskonzeptionen oder -ausgestaltungen.