ars libertatis

In vielen Ländern finanziert der Staat (auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene) Sportanlässe, Sportlager, Sportverbände, Sportplätze und Sportstadien. Oft wird argumentiert, diese Sportsubventionen seien gut und gerechtfertigt, da Sport gesund sei. Doch dieser Urteil ist zu pauschal, da manche Sportarten ein hohes Verletzungsrisiko mit sich bringen und den Körper nicht nur aufbauen, sondern auch abnutzen können und somit zu langfristigen chronischen Schäden führen. Somit müsste man bei jeder Sportart den Gesundheitsnutzen gegen die Gesundheitsschäden (wozu auch das Behinderungsrisiko und das Todesrisiko gehören) abwägen, und dann nur jene Sportarten subventionieren, bei denen der Nutzen die (teils monetären, teils nicht-monetären) Kosten übersteigt. Wenn überhaupt, wird dies nur selten getan. So erhält gerade der Spitzensport grosse Geldsummen, obwohl dieser für die Spitzensportler eher ungesund ist und auch die Gesundheit der Zuschauer nicht fördert. Sei es, weil der Konsum von Spitzensportveranstaltungen oft Bewegungslosigkeit (auf einer Tribüne oder einem Sofa) und Alkoholkonsum beinhaltet, oder sei es, weil bestimmte Sportarten wie Fussball mit Gewaltausbrüchen unter den Fans, resp. mit Gewalt von Hooligans gegen Fans und Unbeteiligte verbunden sind.

Aber auch Subventionen für gesundheitsfördernde Breitensportarten sind kritisch zu sehen, da sie eine staatliche Präferenzordnung implizieren, die über die Ordnung zwischenmenschlicher Handlungen hinausgeht. Zwar ist Gesundheit ein von vielen hoch geschätztes Gut, doch die offenbarten Präferenzen zeigen, dass es nicht immer das höchste ist und bisweilen andere Güter bewusst bevorzugt werden. Subventionen, die dies ignorieren, müsste man daher einen paternalistischen Charakter zuschreiben. Von anderer Natur wären jedoch Sportsubventionen, die darauf abzielen, die Gesundheit jener Leute zu fördern, die gesünder leben möchten, es sich aber gegenwärtig aus materiellen Gründen nicht leisten können.

Mit Sportsubventionen begünstigt der Staat nicht nur bestimmte Berufe, sondern auch bestimmte Hobbies und Freizeitbeschäftigungen. Er formt, gestaltet und kontrolliert die Freizeitlandschaft, indem die Bürger dazu gezwungen werden, die vom Staat ausgewählten Sportarten und Veranstaltungsplätze finanziell zu unterstützen. Grosse Geldsummen fliessen dadurch in die von den Politikern (und bisweilen von den Wählern, deren Stimmen die Politiker dadurch gewinnen können) favorisierten Bereiche und fehlen in jenen Bereichen, die die Leute unterstützt hätten, hätten keine Sportsubventionen existiert und wäre die Steuerbelastung dementsprechend niedriger ausgefallen. Bestimmte Vereine und Freizeitbeschäftigungen erhalten somit weniger Geld als in einem freien Markt und andere mehr. Manchen Leuten fällt es einfacher, ihr Hobby auszuüben, anderer schwerer. Doch ist es die Aufgabe des Staates, die Hobbies der Bürger zu bewerten und die als wertvoller eingestuften zu subventionieren?

Aus liberaler Sicht dürfte die Freizeitgestaltung wohl der Bereich sein, aus dem sich der Staat am ehesten oder am stärksten heraus halten sollte. Die Menschen sollten frei entscheiden können, welches Hobby sie ausüben. Ddoch da Sportsubventionen diese Entscheidung beeinflussen, da sie die relativen Preise der Freizeitbeschäftigungen verändern, müssten die Sportsubventionen abgeschafft werden, um diese Wahlfreiheit zu gewähren. Ob jemand Briefmarken sammelt, ein Mittelalterfestival besucht, Videogames spielt, wandern geht, Sex hat, oder Fussball schaut, sollte von seinen Präferenzen abhängen und nicht von jenen der subventionierenden und besteuernden Politiker.