ars libertatis

Wirtschaftssysteme können anhand verschiedener Merkmale und Kriterien charakterisiert und bewertet werden. Ein wichtiger Wertemassstab ist der Wohlstand (samt Wohlfahrt), den ein Wirtschaftssystem produziert, wobei sowohl materieller wie auch immaterieller Wohlstand generell als positiv eingestuft werden. Ein wichtiges Merkmal ist das Ausmass der Zentralplanung in einem Wirtschaftssystem. Zwar haben Wirtschaftssysteme viele weitere Merkmale, von denen manche orthogonal zur Dimension der Zentralplanung stehen und manche mit dieser zusammenhängen, doch in vielen Diskussionen über die Ökonomie steht die Dichotomie zwischen freier Marktwirtschaft und Zentralplanwirtschaft im Vordergrund. Unten habe ich deshalb versucht, ein paar Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme grafisch abzubilden. Manche davon sind hypothetisch und bei manchen ist unklar, ob es Leute gibt, die sie befürworten oder für sinnvoll halten. Die vertikale Achse bildet den Wohlstand und die Wohlfahrt ab, die horizontale Achse die Zentralplanung.


Anarchokapitalismus, visualisiert

Im Anarchokapitalismus steigt der Wohlstand mit abnehmender Zentralplanung. Der Wohlstand ist dort am höchsten, wo die Märkte am freisten sind.


Anarchokapitalismus, visualisiert

Im Anarchokapitalismus mit unheimlichen Tälern steigt der Wohlstand generell mit abnehmender Zentralplanung. Es gibt aber gewisse Bereiche, wo sich eine kleine Erhöhung der Zentralplanung positiv und eine kleine Reduzierung der Zentralplanung negativ auf den Wohlstand auswirkt.


Minarchismus, visualisiert

Im Minarchismus (oder Nachtwächterstaat) steigt der Wohlstand mit abnehmender Zentralplanung. Sobald ein kritisches Minimum an Zentralplanung (etwa bei der inneren und äusseren Sicherheit oder bei der Wahrung elementarer Freiheiten) unterschritten wird, sinkt der Wohlstand aber wieder.


Mischwirtschaft, visualisiert

In der Mischwirtschaft (oder in der gelenkten Volkswirtschaft, oder im Dirigismus) gibt es sowohl Zentralplanung wie auch Marktwirtschaft. Auf der Grafik dargestellt befindet sich das Wohlstandsmaximum dort, wo Planwirtschaft und Marktwirtschaft ähnlich stark ausgeprägt sind, aber sowohl bei starker Dominanz der Zentralplanung wie auch bei starker Dominanz der Marktplanung kann man von einer gemischten Wirtschaft sprechen.


Zweigipflige Mischwirtschaft, visualisiert

In der zweigipfligen (oder generell in der mehrgipfligen) Mischwirtschaft ist eine Mischung aus Marktwirtschaft und Zentralplanung optimal für den Wohlstand. Es gibt aber nicht nur ein globales Optimum, sondern mehrere lokale Optima.


Maxarchismus, visualisiert

Im Maxarchismus (oder Tagwächterstaat, der sich aber nicht spiegelbildlich zum Nachtwächterstaat verhält) steigt der Wohlstand mit zunehmender Zentralplanung, sinkt aber wieder, kurz bevor die Zentralplanung total wird.


Staatssozialismus, visualisiert

Im Staatssozialismus steigt der Wohlstand mit zunehmender Zentralplanung und erreicht dort seinen Höhepunkt, wo die Zentralplanung am grössten ist.


Neutralismus, visualisiert

Im Neutralismus hat das Ausmass der Zentralplanung keinen Einfluss auf den Wohlstand. Mit freier Marktwirtschaft, mit Zentralplanwirtschaft wie auch mit einer beliebigen Mischung der beiden kann derselbe Wohlstand erreicht werden.


Unmischwirtschaft, visualisiert

In der ungemischten Wirtschaft wirken sich weder Zentralplanung noch Marktwirtschaft für sich genommen negativ auf den Wohlstand aus, sondern ihre Mischung.